Arbeitnehmerseite will mitreden Gewerkschaft hofft auf besseren Dialog mit neuem Commerzbank-Chef

Als neuer Chef der Commerzbank wird Manfred Knof unangenehme Entscheidungen treffen müssen. Stefan Wittmann, Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, weiß das - und appelliert schon einmal an Knofs Dialogbereitschaft.
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Foto: RALPH ORLOWSKI / REUTERS

Nach der Berufung von Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof (55) setzt die Gewerkschaft Verdi auf einen konstruktiven Dialog über den künftigen Kurs des Instituts. "Die Arbeitnehmer erwarten, dass jetzt Ruhe in die Bank kommt, eine mit uns abgestimmte Strategie vorgestellt wird, die nicht ausschließlich auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen wird und endlich ein echter Dialog zwischen CEO und Arbeitnehmervertretern stattfindet", sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Wittmann am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.

"Darüber hinaus ist unsere Erwartung, dass vor Verkündung einer Strategie zumindest eine Einarbeitung des CEO passiert", bekräftigte Wittmann, der Mitglied des Commerzbank-Aufsichtsrates ist. Das Kontrollgremium hatte sich in einer Sitzung am Samstag einstimmig für Knof als künftigen Vorstandsvorsitzenden (Chief Executive Officer/CEO) des Frankfurter MDax-Konzerns ausgesprochen.

Knof soll zum 1. Januar 2021 die Nachfolge von Martin Zielke (57) antreten - vorausgesetzt, die Aufsichtsbehörden stimmt der Personalie zu. Der Jurist Knof leitet seit dem 1. August 2019 das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank. Zuvor war er Deutschlandchef beim Versicherungskonzern Allianz.

Zielke hatte nach harscher Kritik von Investoren Anfang Juli seinen Rücktritt angekündigt. Die Bank hatte daraufhin entschieden, den Vertrag mit dem seit Anfang Mai 2016 amtierenden Konzernchef spätestens zum 31. Dezember aufzulösen.

cr/dpa
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