Private-Equity-Firma nimmt NordLB Milliarden-Portfolio ab Finanzinvestor KKR baut Schiffsfirma auf

Schiebt einen Teil der Bilanz an KKR weiter: NordLB-Chef Gunter Dunkel.

Schiebt einen Teil der Bilanz an KKR weiter: NordLB-Chef Gunter Dunkel.

Foto: DPA

Der Finanzinvestor KKR steigt groß in das Schiffsgeschäft ein und gründet dazu eine eigene Firma. Das neue Unternehmen wird Finanzierungen von rund 100 Schiffen mit einem Volumen von etwa 1,3 Milliarden Euro umfassen, die bislang bei der Staatsbank NordLB liegen. Das teilte die Landesbank mit Sitz in Hannover am Montag mit . Weil die Schiffskredite zum großen Teil nicht vertragsgemäß bedient werden, wird KKR - einer der aktivsten Private-Equity-Firmen der Welt - großen Einfluss auf die Verwendung der Schiffe haben.

Die neue KKR-Firma könnte ein Modell für die Schiffskrise in Deutschland, möglicherweise sogar in Europa werden. Banken wie die HSH Nordbank und die NordLB sind in erhebliche Schieflage geraten, weil sie zu viele Schiffs-Neubauten finanziert haben, die nun niemand mehr haben will.

Dadurch wurden die entsprechenden Kredite in den Büchern der Banken faul. KKR nimmt nun der NordLB einen erheblichen Teil dieser Kredite ab - allerdings zu einem Abschlag zulasten der NordLB. Über die konkreten Konditionen "wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart", wie die NordLB mitteilte.

Für KKR bemisst sich der Profit daran, wie billig man die NordLB-Kredite eingekauft hat und wie deren weitere Entwicklung nun verläuft. Johannes Huth, deutscher Europa-Chef von KKR, sprach von einer "wegweisenden Initiative", NordLB-Vorstandschef Gunter Dunkel von einer "innovativen Transaktion". Das gesamte Schiffsportfolio der Bank soll von derzeit 18 Milliarden Euro auf mindestens 14 Milliarden Euro sinken.

Die neue Firma will auch Schiffskredit-Portfolien anderer Banken aufkaufen - sofern diese zu einem für KKR lukrativen Abschlag bereit sind. KKR baut die neue Firma gemeinsam mit einem Staatsfonds auf - deren Namen allerdings geheim gehalten wurde.

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