Sieg vor OLG München Ex-HRE-Aktionäre können auf Schadenersatz hoffen

Das Oberlandesgericht München hat entschieden, dass die Hypo Real Estate ihre Aktionäre in der Finanzkrise über ihre desaströse Lage getäuscht hat. Die Bank muss sich auf hohe Schadenersatzforderungen einstellen - und will deshalb vor den Bundesgerichtshof ziehen.
HRE: Unwahre Pressemitteilung veröffentlicht und Bilanz manipuliert

HRE: Unwahre Pressemitteilung veröffentlicht und Bilanz manipuliert

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München - Die verstaatlichte Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) muss sich auf Schadenersatzzahlungen an frühere Aktionäre in dreistelliger Millionenhöhe einrichten. Das Oberlandesgericht München entschied in einem Musterprozess, die Hypothekenbank habe unter ihrem früheren Chef Georg Funke Anleger in der Finanzkrise über ihre desaströse Lage getäuscht.

So habe die HRE unter anderem am 3. August 2007 eine unwahre Pressemitteilung veröffentlicht und später ihre Bilanz manipuliert, sagte Richter Guido Kotschy. Funke, der in dem Prozess ebenfalls verklagt wurde, war nicht vor Gericht erschienen. Klägeranwalt Andreas Tilp sprach von einem historischen Sieg, der Schadenersatzansprüchen von mehr als einer halben Milliarde Euro die Tür öffne.

Das Gericht liefert damit einigen hundert Investoren eine Grundlage für zahllose Schadenersatzprozesse, in denen die Anleger ihre Einzelansprüche noch durchfechten müssen. Das Oberlandesgericht hatte sich anhand eines Musterfalls gebündelt mit den wichtigsten Fragen befasst.

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Nun wird sich allerdings der Bundesgerichtshof (BGH) mit dem Fall HRE befassen: Ein Sprecher der Bank kündigte an, sie werde Rechtsmittel einlegen. Die HRE rechne damit, dass der BGH die Münchner Entscheidung aufhebe.

Der Beinahe-Zusammenbruch der Hypo Real Estate war eines der dramatischsten Kapitel der Finanzkrise. Als der Immobilienfinanzierer am 15. Januar 2008 unerwartet hohe Abschreibungen auf US-Wertpapiere bekanntgab, brachen die damals im deutschen Leitindex Dax gelisteten HRE-Aktien um 35 Prozent ein. Weil die HRE weitere Banken in die Pleite zu reißen drohte, sprang der Bund ein. Mit weit über 100 Milliarden Euro an Steuergeldern rettete er das Münchner Institut und brachte es schließlich unter seine Kontrolle.

Die Staatsanwaltschaft strebt auch einen Strafprozess gegen den früheren Vorstandschef Funke an. Die Anklage liegt zur Prüfung beim Landgericht München.

ts/rtr
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