Mittwoch, 11. Dezember 2019

Libor-Manipulation EU brummt Banken Strafe von 1,7 Milliarden Euro auf

Aufzüge, Kerzenwachs, Zinsen: Die höchsten Kartellstrafen der EU
REUTERS

Es ist eine deutliche Sanktion aus Brüssel: Wegen Zinssatz-Manipulationen verhängt die EU-Kommission eine Rekordbuße von 1,7 Milliarden Euro gegen sechs Banken. Die höchste Summe muss die Deutsche Bank zahlen - aus der Vorsorgekasse.

Brüssel - Die EU-Kommission bestraft sechs Finanzinstitute wegen der Manipulation von Zinssätzen wie dem Libor mit Rekordbußen von insgesamt 1,7 Milliarden Euro. Darunter ist auch die Deutsche Bank mit einer Strafe von 725 Millionen Euro. Insgesamt ist es die höchste je verhängte Kartellstrafe in diesem Bereich.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia zeigte sich empört über das Ausmaß: "Die Manipulation der Zinssätze betrifft Millionen von Verbrauchern, etwa weil Hypotheken-Zinsen daran gekoppelt sind."

Zu den betroffenen Instituten zählen neben der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen die Royal Bank of Scotland Börsen-Chart zeigen, die französische Société Générale Börsen-Chart zeigen sowie die US-Banken Citigroup Börsen-Chart zeigen und JPMorgan Börsen-Chart zeigen. Die britische Barclays Börsen-Chart zeigen und die Schweizer UBS Börsen-Chart zeigen kommen um Strafen herum, weil sie die Kartellwächter über die Manipulation informiert hatten.

Die Banken aus Europa und den USA hätten sich bei der Festlegung von Referenzzinssätzen für den globalen Finanzmarkt abgesprochen und diese dadurch manipuliert - etwa um Handelsgewinne einzustreichen. Die Strafe fiel an für die Manipulation des für den Euro wichtigen Referenzzinssatz Euribor und Libor-Angebote in Yen und auch den japanischen Tibor. Ermittlungen der EU-Behörde laufen bereits seit zwei Jahren.

Deutsche Bank zahlt Vergleich aus Vorsorgekasse

Die Höchststrafe für die Deutsche Bank ergibt sich, weil sie nach Untersuchungen der EU sowohl beim Euribor- als auch beim Liborskandal beteiligt war. An der Börse war die Buße bereits erwartet worden, so dass die Entscheidung kaum Einfluss auf die Aktienkurse der Banken hatte. Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen lag gegen Mittag rund 0,5 Prozent im Minus.

In einer Stellungnahme erklärte die Deutsche Bank, dass sie als Teil eines Gesamtvergleichs mit der EU-Kommission eine entsprechende Vereinbarung getroffen habe. Die Chefs der Großbank Jürgen Fitschen und Anshu Jain dazu: "Der Vergleich betrifft Verhaltensweisen von einzelnen Mitarbeitern in der Vergangenheit, die schwere Verstöße gegen Werte und Überzeugungen der Deutschen Bank darstellen".

Die Geldbuße von 725,4 Millionen Euro sind nach Angaben der Bank bereits weitestgehend in der Vorsorge für Rechtsrisiken berücksichtigt.

Zu den bestraften Instituten zählen zudem die Royal Bank of Scotland, die französische Société Générale sowie die US-Banken Citigroup und JPMorgan . Die britische Barclays und die Schweizer UBS kommen um Strafen herum, weil sie die Kartellwächter über die Manipulation informiert hatten. Die zweithöchste Strafe muss die Société Générale mit 446 Millionen Euro zahlen, gefolgt von RBS mit 391 Millionen Euro. Auf JPMorgen und Citigroup entfallen 80 Millionen und 70 Millionen Euro, der britische Broker RP Martin muss 247 000 Euro zahlen.

Kartellstrafen der Europäischen Kommission im Libor-Skandal

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