Geldwäscheverdacht Razzia bei der Deutschen Bank

Ermittler durchsuchen Geschäftsräume der Deutschen Bank, die Aktie gibt deutlich nach. Offenbar gehen die Ermittler einem Geldwäscheverdacht in einem Einzelfall nach.
Deutsche Bank in Frankfurt: Räumlichkeiten des Geldhauses wurden durchsucht

Deutsche Bank in Frankfurt: Räumlichkeiten des Geldhauses wurden durchsucht

Foto: Arne Dedert / dpa

Bei der Deutschen Bank findet eine Razzia statt. Aktuell gebe es Durchsuchungen in Räumlichkeiten des Instituts, teilte die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Es habe einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Frankfurt gegeben. Die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit Geldwäscheverdachtsmeldungen, die das Institut abgegeben habe, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. Das Institut kooperiere vollumfänglich mit den Behörden.

Laut Staatsanwaltschaft sind Beamte des Bundeskriminalamts (BKA), der Finanzaufsicht Bafin und der Staatsanwaltschaft Frankfurt eingesetzt. Weitere Einzelheiten nannte die Staatsanwaltschaft unter Hinweis auf andauernde Ermittlungsmaßnahmen nicht. Die Finanzaufsicht Bafin lehnte eine Stellungnahme ab.

Nach Informationen von manager magazin aus Kreisen, die mit der Sache vertraut sind, werfen die Ermittler der Bank vor, Geldwäscheverdachtsmeldungen zu spät eingereicht zu haben. Konkret geht es dabei um eine Transaktion, bei dem die Bank als Korrespondenzbank aktiv war. Die Aktie  des Geldhauses gab zuletzt knapp 3 Prozent nach.

In den vergangenen Jahren ist die Deutsche Bank immer wieder wegen unzureichender Geldwäschekontrollen ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten. Vor einem Jahr forderte die Bafin die Deutsche Bank erneut auf, mehr zu tun, um ihre Kontrollen in diesem Bereich zu verbessern. Damals erweiterte und verlängerte die Finanzaufsicht das Mandat der Beratungsgesellschaft KPMG, die sie im September 2018 als Sonderbeauftragte eingesetzt hatte, um die Fortschritte bei der Verschärfung interner Kontrollen zu überwachen. Parallel hatte die Bank im Mai vergangenen Jahres einen internen Aufpasser mit mehr Macht installiert.

Im November 2018 hatten 170 Polizeibeamte, Staatsanwälte und Steuerfahnder die Deutsche Bank wegen mutmaßlicher Geldwäsche durchsucht - eine Razzia, die den Aktienkurs der Bank erheblich belastet hatte. Am Freitag sollen weniger Ermittler an der Razzia beteiligt gewesen sein. Seinerzeit konzentrierten sich die Ermittler auf verdächtige Transaktionen in der Vermögensverwaltungssparte der Bank zwischen 2013 und 2018. Die strafrechtlichen Ermittlungen in diesem Fall wurden später eingestellt, gleichwohl zahlte die Deutsche Bank 15 Millionen Euro für Mängel bei den Geldwäschekontrollen.

hr, rei/Reuters