Donnerstag, 20. Juni 2019

Angeschlagene Großbank Unicredit verkauft Fondstochter für 3,5 Milliarden Euro

Unicredit-Zentrale in Mailand: Die italienische Großbank muss dringend ihre Kapitaldecke stärken

Die angeschlagene italienische Großbank Unicredit bekommt aus dem Verkauf ihrer Fondstochter Pioneer Börsen-Chart zeigen eine dringend benötigte Geldspritze. Die italienische Großbank verkauft ihren Vermögensverwalter für 3,5 Milliarden Euro an Amundi aus Frankreich. Der Verkauf solle in der ersten Jahreshälfte 2017 abgeschlossen werden, teilte Unicredit am Montag mit. Neben dem Kaufpreis bekommen die Italiener noch eine Extra-Dividende von 315 Millionen Euro.

Vor einer Woche hatte Unicredit Börsen-Chart zeigen mitgeteilt, exklusiv mit Europas größtem Vermögensverwalter Amundi zu verhandeln. Italiens führende Bank versucht seit längerem, ihre Kapitaldecke durch den Verkauf von Beteiligungen zu stärken. Die Mutter der HypoVereinsbank steht wegen fauler Kredite unter erheblichem Druck.

Der seit Juli amtierende Vorstandschef Jean-Pierre Mustier hatte zuvor bereits Anteile an der Onlinebank Fineco und dem polnischen Kreditinstitut Pekao verkauft. Der Konzern bereitet dem Vernehmen nach zudem eine Kapitalerhöhung von bis zu 13 Milliarden Euro vor.

Pioneer ist mit einem verwalteten Vermögen von 225 Milliarden Euro die Nummer sechs in Europa und die Nummer drei in Italien. Amundi hatte sich Insidern zufolge mit seinem Gebot gegen ein von der Poste Italiane angeführtes Konsortium und gegen Ameriprise Financial durchgesetzt.

Der Plan, Pioneer mit der Vermögensverwaltungssparte des spanischen Rivalen Santander Börsen-Chart zeigen zu fusionieren, war wegen Bedenken der Aufseher fallengelassen worden. Die Bank erwartet für das kommende Jahr einen zusätzlichen Gewinn von 2,2 Milliarden Euro aus dem Verkauf.

mg/rtr/dpa

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung