Trotz hoher Risikovorsorge Deutsche Bank will mehr sparen und ohne Kapitalerhöhung durch die Krise kommen

Die Deutsche Bank fühlt sich nach Vorstandsangaben finanziell ausreichend gut kapitalisiert

Die Deutsche Bank fühlt sich nach Vorstandsangaben finanziell ausreichend gut kapitalisiert

Foto: Arne Dedert/ DPA

Die Deutsche Bank sieht sich trotz der Corona-Krise und der angekündigten Aufstockung der Kreditrisikovorsorge krisenfest aufgestellt. "Wir haben genügend Kapital, um schwere Wirtschaftskrisen durchzustehen", sagte der für das Risikomanagement verantwortliche Konzernvorstand Stuart Lewis der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Die derzeit absehbaren Belastungen werde die Deutsche Bank wegstecken können, ohne die Eigenkapitalbasis übermäßig zu schwächen.

Stuart Lewis (Bild Archiv)

Stuart Lewis (Bild Archiv)

Foto: Deutsche Bank

Man könne dabei in Kauf nehmen, dass die angestrebte harte Kapitalquote von 12,5 Prozent "vorübergehend geringfügig" unterschritten werde. Operative Hiobsbotschaften gebe es nicht. "Im zweiten Quartal entwickelt sich das Geschäft weiterhin ordentlich", zitiert die "FAS" Lewis.

Der Manager betont in dem Gespräch aber auch ganz offen, dass in der Krise der Heimatmarkt zum Standortvorteil geworden sei: "Zum Glück liegen fast 50 Prozent unseres Kreditbuchs in Deutschland, das diese Krise besser meistert als fast alle anderen Länder. Das kommt auch uns zugute." Die Bundesrepublik sei in der Pandemie "zum Vorbild geworden".


Lesen Sie auch: Die letzte Comeback-Chance der großen Banken 


James von Moltke

James von Moltke

Foto: REUTERS

Das Frankfurter Geldhaus hatte erst am Mittwoch angekündigt, im zweiten Quartal mehr Geld für faule Kredite in der Corona-Krise zurückzulegen. Die Risikovorsorge werde voraussichtlich um 800 Millionen Euro aufgestockt, hatte Finanzvorstand James von Moltke in einer Online-Veranstaltung für Anleger gesagt. Dies ist zwar der höchste Betrag seit mehr als 10 Jahren, aber wenig im Vergleich zu vielen europäischen und amerikanischen Konkurrenten.

Dabei hatte von Moltke aber auch betont, dass der Konzern in der Spur bleibt. "Wenn wir durch diese Krise durch sind, werden wir zeigen, dass wir nicht von unserem strategischen Weg abgekommen sind", zitiert die FAS von Moltke.

Deutsche Bank will zusätzlich 100 Millionen Euro spren

Zugleich will die Bank im Zuge der bereits bekannten Neuordnung des internationalen Privatkundengeschäfts zusätzliches Geld sparen. Die Zusammenführung des Geschäfts mit Vermögenskunden sowie des internationale Geschäfts mit Privatkunden solle ein zusätzliches Sparpotenzial von 100 Millionen Euro eröffnen, berichtete am Sonntag das "Handelsblatt"  online vorab aus der Montagausgabe. Dabei gehe es um Kostensenkungen, die über die zum Investorentag im Dezember angekündigten Einsparungen hinausgingen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Eine Sprecherin habe sich nicht dazu äußern wollen.

Konzernchef Christian Sewing hatte bei zur Präsentation der Zahlen für das erste Quartal angedeutet, dass das Institut an zusätzlichen Kostensenkungen arbeitet, dabei aber keine Details genannt.

Die Bank hatte die Schaffung der neuen Einheit erst jüngst angekündigt. Sie umfasst das Geschäft mit vermögenden Kunden weltweit sowie mit kleinen und mittelgroßen Unternehmen und Privatkunden in Italien, Spanien, Belgien und Indien. Die neue Internationale Privatkundenbank wird damit zur zweiten Säule der Privatkundenbank, die einer der vier Kerngeschäftsbereiche des Konzerns ist.

rei mit dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.