Beziehung läuft aus Deutsche Bank will keine Geschäfte mehr mit Trump machen

Die Deutsche Bank ist sein größter Geldgeber, doch jetzt will sie mit dem scheidenden US-Präsidenten und seinen Firmen keine weiteren Geschäfte mehr machen. Eine US-Bank wandte sich ebenfalls von Trump ab, forderte gar seinen Rücktritt.
Donald Trump: Bei der Deutschen Bank hat er nicht unerhebliche Schulden

Donald Trump: Bei der Deutschen Bank hat er nicht unerhebliche Schulden

Foto: Jim Young/ REUTERS

Die Deutsche Bank geht einem Medienbericht zufolge auf Distanz zu dem scheidenden US-Präsidenten Donald Trump. Das größte deutsche Geldhaus wolle künftig keine Geschäfte mehr mit Trump und seinen Firmen machen, berichtete die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Mit ausstehenden Schulden von 340 Millionen Dollar ist die Deutsche Bank größter Kreditgeber von Trump. Das Institut hatte ihm noch Darlehen gewährt, als andere Banken sich längst zurückgezogen hatten. Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte einen Kommentar ab. Trumps Familienunternehmen, die Trump Organization, und das Weiße Haus in Washington waren zunächst nicht erreichbar.

Trump ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Kunde der Deutschen Bank. Seit Ende der 1990er-Jahre erhielt Trump Insidern zufolge mehr als zwei Milliarden Dollar an Krediten. Der prominente Kunde hat dem Geldhaus viele Negativschlagzeilen eingehandelt. Immer wieder verlangten die Demokraten im US-Kongress Auskünfte über die Geschäfte mit dem republikanischen Präsidenten, der diese unter Verweis auf die Gesetzeslage zurückwies.

Immer mehr Firmen wenden sich von Trump ab

Seit dem Sturm auf das Kapitol, bei dem fünf Menschen getötet wurden, wenden sich immer mehr Firmen von Trump ab. Der Kurznachrichtendienst Twitter sperrte etwa seinen Account dauerhaft. Trump Tweets ließen das Risiko von Anstiftung zur Gewalt erkennen, hieß es zur Begründung. Kurz vor dem Angriff aufs Kapitol hatte Trump in einer Rede vor Tausenden Demonstranten erneut in scharfen Worten angeblichen Wahlbetrug angemahnt. Mittlerweile hat er aber seine Niederlage gegen den Demokraten Joe Biden eingeräumt.

Auch die amerikanische Signature Bank, die seit Jahren an Trumps Seite steht, wendete sich von dem US-Präsidenten ab und forderte seinen Rücktritt. Dies sei "im besten Interesse des Landes und der US-Bürger", erklärte das Institut auf seiner Internetseite.

Trump-Beraterin bei Deutscher Bank hat gekündigt

Die US-Chefin der Deutschen Bank, Christiana Riley, verurteilte vergangene Woche in einem Beitrag bei Linkedin den Sturm auf das Kapitol, bei dem mehrere Menschen getötet wurden. Kurz zuvor hatte Trump in einer Rede vor Tausenden Demonstranten noch einmal in scharfen Worten angeblichen Wahlbetrug angemahnt. "Wir sind stolz auf unsere Verfassung und stehen zu denen, die versuchen, sie aufrechtzuerhalten, um sicherzustellen, dass der Wille des Volkes gewahrt bleibt und ein friedlicher Machtwechsel stattfindet", schrieb Riley auf der Linkedin-Plattform. Bereits vor Weihnachten hatte eine Deutsche-Bank-Mitarbeiterin, die seit Jahren für die Trump-Darlehen zuständig war, das Geldhaus verlassen.

Manager der Deutschen Bank spielen Insidern zufolge seit einiger Zeit verschiedene Szenarien durch, wie sie die Trump-Kredite loswerden können. Wenn er kein Präsident mehr ist, wäre es einfacher auf Rückzahlung der Darlehen zu bestehen, sie zu verkaufen oder die Zwangsvollstreckung einzuleiten, wenn Trump die Darlehen nicht zurückzahlen oder refinanzieren könne. Die Trump Organization hat den Insidern zufolge bislang nur die Zinsen für die Kredite zurückgezahlt und ist damit bislang nicht in Verzug geraten.

Für die Kredite von 340 Millionen Dollar garantiert Trump persönlich. Es handelt sich dabei um insgesamt drei Kredite für jeweils zwei Hotels und einen Golf-Club. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits im vergangenen Jahr berichtet, dass die Deutsche Bank nach Möglichkeiten suche, ihre Geschäftsverbindung mit Trump nach den Präsidentschaftswahlen im November zu beenden. Der Trump Organization gehören mehrere Hotels und Golfclubs. 

rei/Reuters