Sonntag, 8. Dezember 2019

Übergangsjahr 2014 Deutsche Bank bittet um Geduld

Vertrösten auf das Jahr 2015 und später: Die Doppelspitze der Deutschen Bank - Anshu Jain (r.) und Jürgen Fitschen

Prozesse, Sparprogramm, Umbau - in diesem Jahr wird die Deutsche Bank stark mit sich selbst beschäftigt sein. Das Management vertröstet die Aktionäre auf die Zeit nach 2015. Da will die Bank wieder angreifen und eines der führenden Institute in Europa sein.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank will nach ihrem milliardenschweren Umbauprogramm wieder bei Übernahmen mitmischen. Jede sechste Bank habe in den vergangenen fünf Jahren in Europa und den USA aufgegeben oder sei übernommen worden. "Dank der starken Plattform, die wir aufbauen, wird die Deutsche Bank nach 2015 als eine der führenden europäischen Banken aus diesem Konsolidierungsprozess hervorgehen", sagte Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch. "Der Wandel, der in unserer Branche stattfindet, ist noch lange nicht vorbei."

Im laufenden Jahr stehe aber noch der grundlegende Umbau im Vordergrund, den Fitschen und sein Co-Chef Anshu Jain vor knapp eineinhalb Jahren angekündigt hatten. Dazu gehört ein umfangreiches schweres Sparprogramm, das die Kosten um 4,5 Milliarden Euro senken soll.

"2014 wird erneut ein Jahr der Herausforderungen, zusätzlicher Investitionen und der weiteren Umsetzung unserer Strategie 2015+ sein", sagte Fitschen. "Wir kommen gut voran, wissen allerdings, dass wir uns auch in Zukunft auf schwierigem Terrain bewegen werden." Ähnlich hatte sich das Management bereits bei Bekanntgabe der Zahlen geäußert.

An den Zielen für 2015 habe sich nichts geändert. Die Deutsche Bank strebt eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 12 Prozent an. Im vergangenen Jahr waren es vor allem wegen der Belastung durch milliardenschwere Rechtsstreitigkeiten nur 2 Prozent.

Weitere Kosten für Prozesse, Dividende soll stabil bleiben

Das Management kündigte zudem an, die größten Rechtsstreitigkeiten noch in diesem Jahr beilegen zu wollen. "Dafür werden voraussichtlich weitere Kosten entstehen", machte Fitschen deutlich. Noch nicht beigelegt hat Deutschlands größtes Geldhaus unter anderem den Streit um die Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor sowie den Konflikt um die Pleite des Medienunternehmens Kirch.

Die Deutsche Bank will für das Jahr 2013 erneut eine Dividende von 75 Cent je Aktie zahlen. Der Vorstand werde eine entsprechende Ausschüttung vorschlagen, sagte Finanzchef Stefan Krause. Die Dividende verharrt damit das fünfte Jahr in Folge auf dem selben Niveau.

Fitschen und sein Co-Chef Anshu Jain haben nach ihrem Amtsantritt im Sommer 2012 einen Kulturwandel in der Bank angekündigt und sehen sich bei dessen Umsetzung auf einem guten Weg. Er könne zwar nicht garantieren, dass es in der Bank in Zukunft keine neuen Fälle von Fehlverhalten gebe, sagte Fitschen. "Kulturwandel bedeutet nicht, dass in Zukunft keine neuen Themen aufkommen werden. Kulturwandel bedeutet vielmehr, dass es weniger werden, weil wir in der gesamten Organisation eine andere Einstellung haben und über strengere Kontrollen verfügen." Die Einreichung von Referenzzinssätzen werde mittlerweile beispielsweise von unabhängiger Seite überwacht.

rei/rtr/dpa

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung