Mittwoch, 22. Mai 2019

Geldwäsche Deutsche Bank weist Mitverantwortung im Danske-Skandal zurück

Danske Bank in Tallin: Hier soll Geldwäsche im großen Stil stattgefunden haben

Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen sieht im Geldwäscheskandal bei der Danske Bank keine Mitverantwortung. Als sogenannte Korrespondenzbank habe das größte heimische Geldhaus keine konkrete Kenntnis der Kunden des größten dänischen Instituts gehabt und auch nicht haben müssen, sagte die für Aufsichts-, Regulierungs- und Compliance-Fragen zuständige Vorständin Sylvie Matherat am Mittwoch in Frankfurt. "Da ist man nicht in der ersten Reihe. Das ist die Bank selbst." Die Deutsche Bank habe jedoch die Transaktionen der Danske-Kunden beobachtet und - als sich Verdachtsmomente ergaben - gehandelt.

Die Geschäftsbeziehung zwischen der Deutschen Bank und der Danske Bank dauerte laut Matherat acht Jahre, bevor sie von den Frankfurtern beendet wurde. Welchen Umfang die in diesem Zeitraum für die Dänen abgewickelten Geschäfte hatten, wollte Matherat nicht mitteilen. Einem früheren Danske-Angestellten zufolge, der am Montag vor einem Untersuchungsausschuss des dänischen Parlaments ausgesagt hatte, waren es rund 150 Milliarden Dollar.

Laut Matherat wickelt die Deutsche Bank jeden Tag Geschäfte in einem Volumen von rund 400 bis 450 Milliarden Dollar als Korrespondenzbank für andere Institute ab. Sie beobachte dabei die Transaktionen, die über ihre Systeme liefen, sehr genau, sagte die Französin, die seit 2015 im Vorstand der Deutschen Bank sitzt.

Die estnische Filiale der Danske Bank steht im Zentrum eines Geldwäscheskandals, der die Danske Bank seit Monaten erschüttert. Eine interne Untersuchung des Instituts hatte ergeben, dass der größte Teil der zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Gelder von 200 Milliarden Euro (230 Milliarden Dollar) verdächtig gewesen sei.

Der Ex-Mitarbeiter der Danske Bank hatte vor dem Ausschuss davon gesprochen, dass das Geld über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden war. Er nannte die Deutsche Bank zwar nicht beim Namen. Wie mehrere Medien aber erfahren hatten, ist das Frankfurter Institut zusammen mit den beiden US-Großbanken JPMorgan Chase und Bank of America in dem prominenten Fall im Visier der Ermittler. Auch die Bafin soll inzwischen ermitteln. Die Aktie brach daraufhin auf Rekordtief ein.

mg/rtr

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