Dienstag, 25. Juni 2019

Investmentbanking Deutsche-Bank-Vorstand poltert gegen vulgäre Angestellte

Colin Fan, einer der beiden Investmentbanking-Vorstände der Deutschen Bank, hier bei einer Veranstaltung im Jahr 2010.
Bloomberg via Getty Images
Colin Fan, einer der beiden Investmentbanking-Vorstände der Deutschen Bank, hier bei einer Veranstaltung im Jahr 2010.

Die Deutsche Bank arbeitet hartnäckig an der Umerziehung ihrer Investmentbanker. Deren Chef versucht es jetzt mit einer eindringlichen Video-Botschaft

Colin Fan, der Ko-Chef der Investmentbanking-Sparte bei der Deutschen Bank und Mitglied des erweiterten Vorstands, hat seinen Mitarbeitern weltweit in einem Video "ernste Folgen für eure Karriere" angedroht, sollten sie sich in der internen Kommunikation weiter im Ton vergreifen. "Einige von euch bleiben weit hinter unseren Standards zurück", mahnte Fan nach Informationen der Wochenzeitung "Die Zeit". "Um es klar zu sagen: Unser Ruf ist alles. Zu prahlen, indiskret oder vulgär zu sein, ist nicht in Ordnung", sagte Fan in dem Video, das er kürzlich verschickte.

Mit Hinweis auf die Untersuchungen der Bankenaufseher schwöre Fan seine Untergebenen auf die neue Strategie ein, berichtet die Zeitung über das einminütige Video. "Ich habe bei diesem Thema alle Geduld verloren. Jede Kommunikation, die auch nur ansatzweise als unprofessionell angesehen werden könnte, hört auf. Jetzt sofort", fährt Fan mit Blick auf E-Mails oder Gespräche fort und wiederholt dann seine Warnung: "Denkt sorgfältig darüber nach, was ihr sagt und wie ihr es sagt. Wenn nicht, hat das ernste Folgen für euch persönlich." Zum Ende der elektronischen Botschaft lässt Fan allerdings selbst den beschworenen Standard für den Umgang miteinander vermissen - die Aufnahme endet ohne ein "Danke" oder ein "Auf Wiedersehen".

Hintergrund des Videos ist das Bemühen der Deutschen Bank , den 2012 ausgerufenen Kulturwandel überall im Haus voranzutreiben.

Die Umkehr war notwendig geworden, nachdem unflätige Lästereien von Investmentbankern anderer Geldhäuser über Kontrolleure und Kunden an die Öffentlichkeit gelangt waren. In einem Fall hatten sich Mitarbeiter von Morgan Stanley über die Dummheit von Anlegern ausgelassen, die auf verlustträchtige Angebote hereingefallen waren. Aufnahmen davon gelangten anschließend in die Öffentlichkeit und sorgten für große Empörung.

Der schlechte Ruf der Branche und eine Reihe anderer Skandale schadeten auch dem Ansehen der Deutschen Bank - und damit auch ihren Geschäften.

Spiegel Online / mik

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