Samstag, 20. Juli 2019

Schlag für Vorstand und Aufsichtsrat vor Hauptversammlung Stimmrechtsberater ISS gegen Entlastung der Deutsche-Bank- Führung

Deutsche Bank Chefaufseher Achleitner, CEO Sewing (rechts): ISS empfiehlt Nicht-Entlastung der Führung

Die Führung der Deutschen Bank muss sich bei der Hauptversammlung am 23. Mai offenbar auf kräftigen Gegenwind einstellen. Der Stimmrechtsberater Institutional Shareholder Services (ISS) empfehle den Aktionären, den Vorstand und den Aufsichtsrat nicht zu entlasten, berichtete das "Handelsblatt" am Mittwoch. Der ISS-Konkurrent Glass Lewis hatte sich demnach ebenfalls gegen eine Entlastung ausgesprochen. Die Empfehlungen haben bei vielen internationalen Fonds und Großanlegern Gewicht.

Lange Zeit habe ISS die Aktionäre zwar auf die vielen Probleme der Bank hingewiesen, sich jedoch immer für eine Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat ausgesprochen. Nun jedoch sei es an der Zeit, "dass Aktionäre ihre Bedenken äußern" und die Zuständigen Verantwortung für die Lage der Bank übernähmen, zitierte die Zeitung aus einem ISS-Bericht.

Die Bank habe zwar versichert, sie verbessere ihre internen Programme zur Einhaltung der Gesetze ständig. "Doch Fakt ist, dass der Appetit für Risiko und der Mangel an persönlicher Verantwortung bei der Bank immer wieder zu hohen Strafen, immer neuen Untersuchungen und zu Misstrauen der Aktionäre gegenüber der Führung des Instituts geführt hat", kritisierte ISS dem Bericht zufolge. Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen wollte sich dazu nicht äußern.

la/afp

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