Missglückter Deal Deutsche Bank und Co verbrennen 100 Millionen in Las Vegas

Das MGM Grand am berühmten Strip von Las Vegas: Die Deutsche Bank machte schlechte Erfahrungen mit Geschäften im US-Spielerparadies.

Das MGM Grand am berühmten Strip von Las Vegas: Die Deutsche Bank machte schlechte Erfahrungen mit Geschäften im US-Spielerparadies.

Foto: Larry MacDougal/ ASSOCIATED PRESS

Die Corona-Krise veranlasst Banken offenbar dazu, zweifelhafte Engagements auch zu besonders unvorteilhaften Konditionen aufzulösen. Einem Bericht der "Financial Times " zufolge lieferten vier Wall-Street-Institute gerade den Beleg dafür, bei einem Milliardenkredit, den sie für Immobilien in Las Vegas vergeben hatten. Die Geldhäuser, darunter auch die Deutsche Bank (Kurswerte anzeigen), machten bei dem Deal der "FT" zufolge einen Verlust von rund 100 Millionen Dollar - bis jetzt. Es könnte offenbar durchaus noch ein größeres Minus dabei herauskommen.

Was ist passiert? Angeführt von der Citigroup  vergab die Gruppe, zu der zudem noch die Deutsche Bank, die Société Générale  sowie Barclays  gehören, laut "FT" einen Kredit über drei Milliarden Dollar an MGM Growth Properties, die Gesellschaft, der die Vegas-Casinos MGM Grand und Mandalay Bay gehören. Das war im Februar.

Eigentlich wollten die Banken den Kredit für ein Geschäft im Markt für Mortgage-Backed-Securities (mit Hypotheken besicherte Wertpapiere) nutzen. Doch dann kam ihnen ein durch die Corona-Krise bedingter Markteinbruch in die Quere, so die "FT".

Die Folge: Die Banken zogen die Notbremse und stießen einen Teil der Kredittranche auf die Schnelle ab - zu einem erheblichen Discount, wie die Zeitung mit Verweis auf informierte Personen berichtet. Die fragliche Tranche habe nur noch 534 Millionen Dollar eingebracht - etwa 99 Millionen weniger als ihr eigentlicher Wert.

Den Angaben zufolge nahm die Citigroup mit 40 Prozent den größten Teil der Verluste in ihre Bücher. Der Rest sei zu je 20 Prozent auf die übrigen Institute - also auch die Deutsche Bank - aufgeteilt worden.

Der "FT" gegenüber äußerten sich die Banken zu dem Thema nicht. Auch auf Nachfrage von manager magazin wollte die Deutschen Bank die Informationen nicht kommentieren. Abhaken können die Institute das Thema allerdings noch nicht - sie sitzen nach wie vor auf dem Großteil der Kreditsumme von beinahe 2,5 Milliarden Dollar, so die "FT".

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