Freitag, 22. November 2019

Rote Zahlen für 2019 möglich Umbau der Deutschen Bank dürfte bis zu fünf Milliarden Euro kosten

Deutsche Bank: Der Aufsichtsrat soll den Sanierungsplan am Sonntag beschließen
Boris Roessler/ DPA
Deutsche Bank: Der Aufsichtsrat soll den Sanierungsplan am Sonntag beschließen

Der erwartete Kahlschlag im Investmentbanking dürfte die Deutsche Bank einem Pressebericht zufolge drei bis fünf Milliarden Euro kosten. In der Folge werde der Dax-Konzern im Jahr 2019 wieder rote Zahlen schreiben, berichtete die "Financial Times" (FT) am Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe und berief sich dabei auf mehrere mit der Sache vertraute Personen. Ein Sprecher der Bank wollte sich dazu auf Nachfrage nicht äußern.

Dem Bericht zufolge will Bankchef Christian Sewing die jährlichen Kosten des Instituts mithilfe der Kürzungen bis zum Jahr 2022 um rund vier Milliarden Euro senken. Eine Kapitalerhöhung sei zudem vom Tisch: So wolle die Bank die milliardenschweren Sanierungskosten mit den Abfindungen für ausscheidende Mitarbeiter schultern, ohne sich frisches Geld von Anlegern zu besorgen. Deutschlands größtes Geldhaus war erst 2018 nach drei Verlustjahren in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Deutsche Bank: Sewing bereit zu Radikalumbau

An der Börse sorgten die Nachrichten für etwas Erleichterung. So legte die Deutsche-Bank-Aktie Börsen-Chart zeigen am Nachmittag um 1,08 Prozent auf 6,785 Euro zu, nachdem sie am Vormittag infolge einer pessimistischen Analystenstudie zeitweise spürbar verloren hatte.

Aufsichtsrat will Sanierungsplan am Sonntag beschließen - 20.000 Jobs weg

Wie bereits mehrere Medien zuvor schreibt auch die "FT", dass der Aufsichtsrat der Bank den Sanierungsplan am Sonntag beschließen soll. Rund 20 000 der weltweit zuletzt rund 91 500 Jobs in dem Konzern sollten dadurch wegfallen. Zudem wolle der Vorstand in diesem Zuge Vermögenswerte von mehr als 50 Milliarden Euro in eine Bad Bank ausgliedern.

Um die Milliardenlast für die Sanierung zu schultern, muss der Vorstand der Zeitung zufolge sein bisheriges Ziel für die Bilanzstärke der Bank kappen. Die harte Kernkapitalquote solle dann nur noch mindestens 12,5 statt bisher 13 Prozent erreichen. Ende des ersten Quartals hatte die Quote mit 13,7 Prozent noch komfortabel darüber gelegen.

Auch in der Führungsetage werden Veränderungen erwartet. Der Chef der hauseigenen Investmentbank, Garth Ritchie, dürfte seinen Posten im Zuge des Umbaus verlassen, wie manager magazin bereits berichtet hatte. Vorstandschef Sewing werde Ritchies Aufgaben zusätzlich mit übernehmen. Außerdem stünden weitere Manager voraussichtlich vor dem Abgang. Der Aufsichtsrat wolle aber mindestens ein neues Vorstandsmitglied berufen.

la/dpa-afx

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