Freitag, 6. Dezember 2019

Deutsche Bank gegen restriktives LGBT-Gesetz Cryan stoppt Stellenausbau in North Carolina wegen "bathroom bill"

Wird vorerst nicht weiter in North Carolina expandieren: die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will vorerst keine neuen Stellen im US-Bundesstaat North Carolina schaffen. Das teilte das Geldhaus am Dienstag mit. Grund sei ein seit dem 23. März geltendes Gesetz, infolge dessen "in manchen Städten bestehende Schutzmaßnahmen zugunsten der Rechte homo-, bi- und transsexueller Personen außer Kraft gesetzt" würden. Auch könnten Kommunen künftig keine solchen Maßnahmen mehr beschließen.

John Cryan, Co-Chef der Deutschen Bank, sagte laut Mitteilung, sein Institut nehme "unsere Verpflichtung zur Schaffung einer toleranten und integrativen Arbeitsumgebung sehr ernst." Man sei stolz auf Standort und Mitarbeiter in der Stadt Cary und bedauere es daher sehr, "dass wir North Carolina aufgrund dieser neuen Rechtsvorschrift vorläufig bei unseren Plänen zum Stellenausbau in den USA ausklammern müssen." Aktuell arbeiten rund 900 Menschen für die Bank - diese Präsenz solle aufrechterhalten werden.

PayPal zieht sich ebenfalls zurück

North Carolina hatte im März ein Gesetz verabschiedet, nach dem Transsexuelle künftig diejenigen öffentlichen Toiletten und Umkleideräume benutzen müssen, die ihrem auf der Geburtsurkunde festgelegten Geschlecht entsprechen. LGBT-Aktivisten (lesbian, gay, bisexual and transgender) aus der ganzen Welt laufen gegen die "bathroom bill" Sturm.

Die Bank ist nicht das erste Unternehmen, das seine bisherigen North-Carolina-Pläne auf Eis legt. Vor einer Woche hatte der Zahlungsdienstleister PayPal angekündigt, nun doch keinen neuen Standort in Charlotte, der größten Stadt des Bundesstaates, zu eröffnen. Ursprünglich sollten dort bis zu 400 Stellen angesiedelt werden. "Ein Arbeitgeber in North Carolina zu sein, wo Mitglieder unserer Teams nicht dieselbe Gesetzessicherheit haben, ist unhaltbar", sagte damals CEO Dan Schulman. Mehr als 130 Unternehmen, darunter die Bank of America, haben zudem in einem offenen Brief um einen Wiederruf des Gesetzes geworben.

Auch Rockstar Bruce Springsteen hat kürzlich ein Konzert in dem Staat abgesagt, um gegen die Gesetzgebung zu demonstrieren.

luk

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