Sonntag, 8. Dezember 2019

Kapital für Commerzbank-Fusion? Deutsche Bank verhandelt mit UBS über Fusion der Vermögensverwalter

Deutsche-Bank-Fondstochter DWS: Offiziell steht das Unternehmen nicht zum Verkauf

Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen prüft einem Pressebericht zufolge inmitten der Fusionsgespräche mit der Commerzbank Börsen-Chart zeigen einen Zusammenschluss ihrer Vermögensverwaltung DWS mit der entsprechenden Sparte der schweizerischen UBS Börsen-Chart zeigen. Es fänden "ernsthafte Gespräche zwischen den Schweizern und der Deutschen Bank statt, berichtet die "Financial Times" am Dienstagabend online mit Berufung auf Insider. UBS, Deutsche Bank und DWS wollten die Informationen nicht kommentieren.

Diese Diskussionen würden schon einige Monate laufen. Es sei nicht sicher, ob eine Transaktion zustande käme, hieß es weiter. Als eine Möglichkeit gelte dabei, die UBS-Fondstochter mit DWS Börsen-Chart zeigen zu verschmelzen. Die Aktien der DWS und der UBS stiegen am Mittwoch jeweils um 1,6 Prozent, die Papiere der Deutschen Bank notierten nahezu unverändert.

Die beiden Asset-Management-Sparten kämen zusammen auf ein verwaltetes Vermögen von rund 1,4 Billionen Euro und wären damit etwa gleich groß wie der französische Konkurrent Amundi. Im Vergleich zu den US-Riesen Blackrock und Vanguard, die umgerechnet 5,8 Billionen Euro bzw. 4,6 Billionen Euro verwalten, wäre die deutsch-schweizerische Firma aber weiterhin abgeschlagen.

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Bild: AFP

Die Finanzagentur "Bloomberg" hatte Anfang April berichtet, dass die UBS verschiedene Optionen für ihr Asset-Management-Geschäft prüfe. Dazu zählten auch ein Verkauf von Teilen oder eine Fusion. UBS habe im Zuge dessen auch eine Übernahme der DWS erwogen, um diese mit der eigenen Sparte zusammenzuführen und das fusionierte Geschäft dann abzuspalten.

Zwei Personen mit Kenntnis der Hintergründe zufolge haben auch die Allianz und der zur französischen Großbank Credit Agricole Börsen-Chart zeigen gehörende Asset-Manager Amundi Interesse an der DWS bekundet. Amundi-Verwaltungsratschef Xavier Musca hatte Anfang April auf eine Frage nach einem Interesse an der DWS gesagt: "Wir halten Amundi für einen natürlichen Konsolidierer in Europa, insbesondere in der Euro-Zone."

Deutsche Bank braucht Geld für mögliche Fusion mit Commerzbank

Ein (Teil-)verkauf der DWS könnte Milliarden in die Kasse der Deutschen Bank spülen - Geld, dass sie bei einem Zusammengehen mit der Commerzbank gebrauchen könnte. Beide Institute hatten Mitte März mitgeteilt, dass sie ergebnisoffene Gespräche über die Möglichkeit eines Zusammenschlusses führen - seitdem sind rund sechs Wochen vergangen.

Es wird erwartet, dass die Öffentlichkeit noch im Laufe der Woche über den Fortgang der Verhandlungen informiert wird - und damit darüber, ob diese fortgesetzt oder abgebrochen werden. Im Umfeld der beiden Banken war zuletzt zu hören, dass die Chancen auf einen Deal nach wie vor bei 50 zu 50 lägen. Sollte es zu einer Fusion oder einer Übernahme der Commerzbank durch den Branchenprimus kommen, entstünde das mit weitem Abstand größte heimische Geldhaus.

Allerdings dürften dem Deal auch mehrere zehntausend Jobs zum Opfer fallen. Die Gewerkschaften laufen deshalb seit dem Bekanntwerden der Fusionspläne Sturm. Umfragen zufolge lehnen auch die Mehrheiten der Belegschaften der beiden Banken, die beide im kommenden Jahr 150 Jahre alt werden, den Zusammengehen ab. Auch große Investoren der Deutschen Bank, darunter das Emirat Katar und der chinesische Mischkonzern HNA, sehen das Unterfangen skeptisch.

Die Deutsche Bank veröffentlicht am Freitag ihre Zwischenbilanz nach dem ersten Quartal - Analysten rechnen mit einem schwachen Vierteljahr. Aufsichtsratschef Paul Achleitner hatte vor einigen Wochen erklärt, er gehe davon aus, dass es bis dahin mehr Klarheit beim Thema Bankenehe geben werde.

mg/dpa-afx

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