Trotz unsicherer Weltlage Deutsche Bank setzt sich höhere Renditeziele

Die Deutsche Bank setzt sich trotz zunehmender Unsicherheiten ambitioniertere Ziele. Die Bank will wachsen, Kosten sparen und mehr an die Aktionäre ausschütten, kündigte Konzernchef Christian Sewing an.
Christian Sewing: Der Deutsche Bank-Chef plant für die Jahre 2021 bis 2025 rund acht Milliarden Euro an die Aktionäre auszuschütten

Christian Sewing: Der Deutsche Bank-Chef plant für die Jahre 2021 bis 2025 rund acht Milliarden Euro an die Aktionäre auszuschütten

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Die Deutsche Bank setzt sich trotz aktuell wachsender Unsicherheiten höhere Ziele für die nächsten Jahre. "Alle unsere Geschäftsbereiche sind gut ins Jahr gestartet", sagte Finanzvorstand James von Moltke anlässlich einer Investorenveranstaltung am Donnerstag in Frankfurt. "Der Krieg in der Ukraine führt zu Unsicherheiten an den Märkten. Unser Engagement in Russland ist aber begrenzt, und wir haben die Risiken unter Kontrolle."

In den nächsten Jahren will Deutschlands größtes Geldhaus seine gesamten Einnahmen jährlich im Schnitt um 3,5 bis 4,5 Prozent steigern und so bis 2025 Erträge in einer Höhe von rund 30 Milliarden Euro erreichen. Die neuen Ziele sollen über steigende Erträge, weitere Sparschritte und Investitionen erreicht werden. Das Frankfurter Geldhaus peilt 2025 eine Aufwand-Ertrag-Relation von unter 62,5 Prozent an. Das heißt, dass für jeden Euro Ertrag dann weniger als 62,5 Cent aufgewendet werden müssen. Bis dahin ist es allerdings noch ein Weg: Im vergangenen Jahr lag die Kennzahl bei 84,6 Prozent.

Die Nachsteuerrendite (ROTE) soll bis 2025 auf mehr als zehn Prozent steigen. Das Ziel für das laufende Jahr liegt bei acht Prozent. In den ersten zwei Monaten 2022 sei bereits eine darüber liegende Rendite von 11,8 Prozent erreicht worden, erklärte die Bank. Analysten rechnen für das laufende Jahr allerdings im Schnitt mit nur sechs Prozent.

Acht Milliarden Euro für die Aktionäre

"Mit unserer weiterentwickelten Strategie schalten wir nun auf nachhaltiges Wachstum und höhere Kapitalausschüttungen an unsere Aktionäre um", sagte Konzernchef Christian Sewing. Ab 2025 möchte die Bank insgesamt jeweils 50 Prozent des den Aktionären zuzurechnenden Nachsteuergewinns ausschütten. Bei erfolgreicher Umsetzung würde es die Strategie nach Angaben der Bank ermöglichen, für die Jahre 2021 bis 2025 rund 8 Milliarden Euro an die Aktionäre auszuschütten und "substanziell in die vier Geschäftsbereiche der Bank zu investieren".

Sewing hatte im Sommer 2019 eine umfassende Neuaufstellung des Instituts eingeleitet. Ganze Abteilungen wurden geschlossen und riskante Teile des Investmentbankings abgestoßen. Dazu wurden harte Sparschritte auf den Weg gebracht. Laut Sewing hat das Geldhaus zum Jahresende 2021 bereits 97 Prozent der geplanten Kosten der Transformation verbucht.

Im vergangenen Jahr erzielte die Deutsche Bank das beste Jahresergebnis seit 2011. Nach Steuern standen 2,5 Milliarden Euro in der Bilanz und damit mehr als viermal so viel wie im ersten Jahr der Pandemie. Nach Abzug von Zinszahlungen an die Inhaber eigenkapitalähnlicher Anleihen verblieben im Geschäftsjahr 2021 gut 1,9 Milliarden Euro.

sio/reuters/dpa
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