Hoffnung für Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz Deutsche Bank schließt Millionen-Vergleiche mit Deichmann und Kreke

Jahrelang prozessierte die Deutsche Bank gegen einige der prominentesten Unternehmerfamilien im Land, denen ihre Tochter Sal. Oppenheim einst geschlossene Immobilienfonds angedreht hatte. Nun hat sich die Bank überraschend mit zwei Großklägern verglichen. Neue Hoffnung für Madeleine Schickedanz?
Jörn Kreke: Nicht nur die Handelsdynastie Kreke aus Hagen, auch die Essener Schuhhändlerfamilie Deichmann forderte Schadenersatz in Millionenhöhe. Nun hat sich die Deutsche Bank mit beiden Familien außergerichtlich geeinigt.

Jörn Kreke: Nicht nur die Handelsdynastie Kreke aus Hagen, auch die Essener Schuhhändlerfamilie Deichmann forderte Schadenersatz in Millionenhöhe. Nun hat sich die Deutsche Bank mit beiden Familien außergerichtlich geeinigt.

Foto: DPA

Köln - Seit vier Jahren finden an Gerichten in Köln, Bonn und Frankfurt die immer gleichen Verhandlungstermine statt. Auf der einen Seite sitzen die Anwälte von einigen der größten Unternehmerfamilien im Land wie Deichmann, Kreke ("Douglas") oder Benteler, auf der anderen Seite, über ihre Tochter Sal. Oppenheim, die Deutsche Bank mit ihren Rechtvertretern.

Immer geht es um Großbauten, meist in Köln, und immer geht um Millionensummen, die die Kläger zurückfordern, weil sie sich bei Fondsinvestments falsch beraten fühlen. Zuerst gewann meist die Bank. Seit einem guten Jahr aber häufen sich deren Niederlagen.

Daraus zieht Deutschlands größtes Geldhaus nun offenbar Konsequenzen. Nach Informationen von manager magazin online hat sich die Deutsche Bank  mit der Essener Schuhhändlerfamilie Deichmann und der Hagener Handelsdynastie Kreke außergerichtlich geeinigt.

Weder die Großkanzlei Luther, die beide Familien vertritt, noch Sal. Oppenheim wollte die Einigung auf Anfrage kommentieren.

Streit um Schadenersatz in Millionenhöhe außergerichtlich beendet

Beide Familien hatten einst zweistellige Millionenbeträge in geschlossene Immobilienfonds investiert, die Sal. Oppenheim zusammen mit dem Troisdorfer Unternehmer Josef Esch für besonders vermögende Kunden aufgelegt hatte. Zahlreiche Fonds entpuppten sich als schlechtes Geschäft für die Anleger. Die Deichmanns hatten 165 Millionen Euro Schadenersatz verlangt, die Krekes immerhin etwa 20 Millionen Euro.

Nun werden die Streitigkeiten gegen Zahlungen durch die Deutsche Bank beendet. Da die Investoren durch Steuervorteile und Ausschüttungen bereits einen Teil ihrer Einlagen refinanziert haben, dürften die Zahlungen deutlich unter den geforderten Summen liegen. Schmerzhaft für die Bank sind sie dennoch.

Zuletzt hatte sich die Bank auch mit zwei ehemaligen Deutsche-Bank-Managern verglichen, die ebenfalls wegen ihrer Investments in Oppenheim-Esch-Fonds geklagt hatten. Beiden hatten Gerichte in erster Instanz etwa sechs Millionen Euro zugesprochen.

Weitere Kläger warten, Hoffnungsschimmer für Quelle-Erbin Schickedanz

Lampatz, von Finck: Weitere Kläger warten

Die neue Nachgiebigkeit der Deutschen Bank vermag den Prozessmarathon, den ihr die Übernahme von Sal. Oppenheim im Jahr 2010 eingebrockt hat, zwar zu verkürzen, aber längst noch nicht zu beenden.

Maxdata-Gründer Holger Lampatz hat eine Klage mit einem Streitwert von 180 Millionen Euro angestrengt. Der Industrielle Hubertus Benteler will mehr als 100 Millionen Euro aus seinen Oppenheim-Esch-Fonds zurück. Der Prozess soll im Herbst in Köln starten. Und der Bankierserbe Wilhelm von Finck junior, der bisher als einziger Kläger in zwei Instanzen unterlag, wartet auf die Zulassung seiner 47-Millionen-Euro-Klage vor dem Bundesgerichtshof.

Hoffnungsschimmer für Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz

Will ihre Milliarden zurück: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz

Will ihre Milliarden zurück: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz

Foto: Jens Kalaene/ dpa

Ein Hoffnungsschimmer könnten die Vergleiche für Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz bedeuten. Sie hat Sal. Oppenheim verklagt, weil sie der ehemaligen Bankführung um Matthias Graf von Krockow und seinem Ex-Partner Esch vorwirft, sie durch diverse riskante Geschäfte rund um den Mitte 2009 in die Insolvenz abgerutschten Handelskonzern Arcandor (früher: Karstadt-Quelle) um ihr Vermögen gebracht zu haben.

Der Streitwert beträgt fast zwei Milliarden Euro. Etwa 100 Millionen Euro davon drehen sich auch mehrere Beteiligungen Schickedanz' an Oppenheim-Esch-Fonds.

Am 17. September wird ihr Prozess am Landgericht Köln fortgeführt. Bisher schienen ihre Erfolgsaussichten eher mau zu sein. Gut möglich, dass die gefallene Erbin nun ein kleines bisschen optimistischer in die Zukunft blickt.

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