Donnerstag, 18. April 2019

Fed Vize-Chef von Razzia überrascht, Aktie im freien Fall Fahnder durchsuchen Vorstandbüros der Deutschen Bank

Polizeiwagen vor der Zentrale der Deutschen Bank: Beamte der Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und der Steuerfahndung gehen bei der Bank dem Verdacht der Geldwäsche nach

2. Teil: Deutsche Bank geriet zuletzt im Danske-Bank-Skandal ins Visier der Ermittler

Die Deutsche Bank stand schon öfter im Fokus der Ermittler. In den vergangenen Jahren fanden mehrfach Razzien bei dem Institut statt. 2015 beispielsweise waren die Frankfurter Doppeltürme - die Zentrale der Deutschen Bank - wegen des Verdachts der Beteiligung an Steuertricksereien durchsucht worden.

Vorwürfe, die Bank haben sich in puncto Geldwäsche- und Geldwäscheprävention nicht immer korrekt verhalten, sind nicht neu. Erst im September hatte die Finanzaufsichtsbehörde Bafin einen Aufpasser bei dem Institut installiert, weil sie unzufrieden war mit den Kontrollmechanismen - ein bis dato einmaliger Vorgang.

Danske-Bank-Skandal - Deutsche Bank brach Beziehung erst spät ab

Zuletzt war die Bank auch im Zusammenhang mit dem Geldwäscheskandal bei der Danske Bank ins Fadenkreuz geraten. Sie war bis 2015 als so geannte Korrespondenzbank für die Dänen tätig. Eine Mitverantwortung im Geldwäscheskandal bei der Danske Bank wies die Bank erst kürzlich zurück. Dabei hatte sie als Korrespondenzbank nach einem "Spiegel"-Bericht allein 2007 etwa Transaktionen im Volumen von 150 Milliarden Dollar für die dänische Bank abgewickelt.

Die Frankfurter bestreiten allerdings, konkrete Kenntnis über die Herkunft der Gelder gehabt zu haben. Es sei die Aufgabe von Danske als kontoführender Bank gewesen, im Rahmen ihrer "Know Your Customer"-Prozesse ihre Kunden zu überprüfen. Die Deutsche Bank selbst hätte dazu gar keine Möglichkeit gehabt.

Erst 2015 brach die Deutsche Bank ihre Geschäftsbeziehung zu Danske ab, "nachdem wir zuvor einen Anstieg von verdächtigen Transaktionen von Danske-Kunden identifiziert hatten", wie der Konzern mitteilte.

Tatsächlich aber soll es laut "Spiegel" intern lange vor 2015 deutliche Hinweise gegeben haben, dass etwas nicht stimme mit Danske-Kunden. So hätten die Deutsche Bank und ihre US-Tochter bereits zwischen März 2013 und November 2014 mindestens ein Dutzend Geldzahlungen von Danske-Kunden auf Deutsche-Bank-Konten in sechsstelliger Höhe zurückgewiesen - weil intern die Systeme anschlugen.

Die US-Bank JP Morgan, die ebenfalls als Korrespondenzbank für die Dänen arbeitete, hatte bereits 2013 die Verbindung zur Danske Bank gekappt. In Frankfurt ließ man sich dafür zwei Jahre mehr Zeit.

la/reuters

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