Samstag, 23. November 2019

Verdacht auf Beihilfe zur Geldwäsche Deutsche Bank wegen Danske-Skandal im Visier der Ermittler

Deutsche Bank Zentrale in Frankfurt
Arne Dedert/ DPA
Deutsche Bank Zentrale in Frankfurt

Die Deutsche Bank ist im Zusammenhang mit dem Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank ins Visier der Ermittler geraten. Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt und des Bundeskriminalamts seien seit Dienstag in den Räumen der Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt, um Unterlagen zu sichern, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Die Ermittler gingen dem Verdacht der Beihilfe zur Geldwäsche nach.

Konkret stehe der Vorwurf im Raum, dass Geldwäscheverdachtsmeldungen zu spät abgegeben worden seien. Es gebe zwar einen Durchsuchungsbeschluss, die Deutsche Bank kooperiere jedoch mit den Behörden. Ein Ende der Untersuchungen sei noch nicht absehbar.

Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen erklärte, sie habe den Sachverhalt selbst umfassend aufgearbeitet und die angeforderten Unterlagen soweit möglich freiwillig herausgegeben. Sie werde weiter mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" über den Vorgang berichtet. Laut Staatsanwaltschaft gibt es eine beschuldigte Person, die im relevanten Zeitraum - von 2014 bis 2018 - für die Deutsche Bank gearbeitet habe.

1,1 Millionen Transaktionen als verdächtig gemeldet

Die Bank selbst habe proaktiv 1,1 Millionen Transaktionen als verdächtig gemeldet, erklärte der Sprecher der Frankfurter Behörde. Bei einer zweistelligen Anzahl von Transaktionen im Gesamtvolumen von 12,5 Millionen Euro gebe es den Verdacht, dass die Deutsche Bank die Verdachtsmeldungen zu spät abgegeben habe oder die Zahlungen von vornherein hätte stoppen müssen.

Über die Danske-Filiale in Estland waren in den Jahren 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen in einem Volumen von 200 Milliarden Euro gelaufen. Dass die Deutsche Bank in den Skandal verwickelt ist, ist schon länger bekannt. Sie war jahrelang als Korrespondenzbank für das dänische Institut tätig und hat rund 150 Milliarden Euro der verdächtigen Zahlungen über ihre Systeme abgewickelt. Die Deutsche Bank steht auf dem Standpunkt, man habe als sogenannte Korrespondenzbank keine Kenntnis der Danske-Kunden und ihrer Machenschaften gehabt und auch nicht haben müssen. In mehreren Ländern, darunter in den USA, laufen Ermittlungen gegen die Danske Bank.

Ex-Chef der Danske Bank tot aufgefunden

Der frühere Chef der von einem Geldwäscheskandal erschütterten Danske Bank in Estland, Aivar Rehe, ist tot. Ein Sprecher der estnischen Polizei sagte am Mittwoch zu Reuters, der Leichnam des Mannes sei gefunden worden. Die Polizei hatte Rehe seit Montag gesucht. Rehe leitete die Filiale der Danske Bank in Estland von 2007 bis 2015. In der Zeit waren über das Geldhaus verdächtige Zahlungen im Volumen von rund 200 Milliarden Euro gelaufen. In mehreren Ländern, darunter in den USA, laufen Ermittlungen gegen das Institut. Rehe sei dabei nicht als Verdächtiger geführt worden, sondern ein Zeuge, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung