Dienstag, 16. Juli 2019

Deutsche Bank Postbank-Integration kostet 750 Jobs in Zentrale, 1200 weitere auf der Kippe

Die Eingliederung der Postbank kostet weitere Arbeitsplätze - und Geld

Keine doppelt besetzten Funktionen mehr: Die Deutsche Bank wird weitere 750 Stellen im Zuge der Postbank-Integration abbauen. Eine Einigung mit Arbeitnehmervertretern sei erzielt worden. Im Bereich Operations stehen zudem 1200 Vollzeitstellen auf der Kippe.

Die Deutsche Bank wird im Zuge der Integration der Postbank rund 750 weitere Vollzeitstellen abbauen. "Gestern Abend haben Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Seite den Interessenausgleich für die Zentrale unserer Bank für Deutschland abgeschlossen", heißt es in einem am Freitag verbreiteten Schreiben von Privatkundenvorstand Frank Strauß an die Mitarbeiter der DB Privat- und Firmenkundenbank.

Ziel sei es, Doppelungen an den beiden Standorten Frankfurt und Bonn abzuschaffen: "Jede Funktion gibt es mittelfristig nur einmal, entweder in Frankfurt oder in Bonn", erklärte Strauß.

Noch verhandelt wird über die künftige Struktur des Bereichs Operations. Dazu gehören Kontoservice, Kreditabwicklung und ähnliche Verwaltungstätigkeiten. Hier könnten weitere 1200 Vollzeitstellen wegfallen. Strauß äußerte sich "zuversichtlich, dass wir auch die Vereinbarungen rund um unsere Operationseinheiten noch im Sommer mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften abschließen können".

1200 weitere Stellen könnten noch wegfallen

Der Stellenabbau sei "leider unumgänglich, wenn wir Doppelfunktionen vermeiden und unsere Organisation so aufstellen wollen, dass wir unsere Ziele erreichen können", argumentierte der Privatkundenchef. Der Stellenabbau werde "sozialverträglich" vorgenommen.

Nach einigem Hin und Her hatte sich die Deutsche Bank im Frühjahr 2017 entschieden, die Bonner Tochter Postbank doch nicht zu verkaufen, sondern in ihr Privat- und Firmenkundengeschäft einzugliedern. Im Mai 2018 wurde die DB Privat- und Firmenkundenbank AG mit aktuell 28.000 Vollzeitkräften im Handelsregister eingetragen.

Die Eingliederung der Postbank ist ein wichtiger Baustein eines größeren Umbaus des Deutsche-Bank-Konzerns. Das Geldhaus will wieder zur internationalen Konkurrenz aufschließen. Gemeinsame Verwaltung und IT sollen Kosten senken und die Schlagkraft erhöhen. Ab 2022 soll die Postbank-Integration 900 Millionen Euro Synergien jährlich bringen. Umbau und IT-Investitionen kosten 1,9 Milliarden Euro.

rei/dpa

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