Dienstag, 16. Juli 2019

FBI und US-Justiz gehen Geldwäscheverdacht nach Strafrechtliche Ermittlungen gegen Deutsche Bank in den USA

Deutsche Bank in New York

Die Deutsche Bank sieht sich wegen möglicher weiterer Verstöße gegen das Geldwäschegesetz in den USA verschärften Ermittlungen ausgesetzt. So hat das FBI nun eine Whistleblowerin der Bank vernommen. Die ehemalige Compliance-Managerin behauptet, das Institut habe es abgelehnt, ihren Bericht über verdächtige Transaktionen auf Konten der Trump-Familie an die Behörden und US-Regierung weiterzuleiten.

Justizbehörden und Bundespolizei FBI in den USA gehen einem weiteren Verdacht wegen möglicher Verstöße der Deutschen Bank gegen Geldwäschegesetze nach. Das berichtet die "New York Times" in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf sieben Insider. Im konkreten Fall ginge es darum, wie das Geldhaus mit Berichten von Mitarbeitern über mögliche problematische Transaktionen von US-Präsident Donald Trump und dessen Schwiegersohn Jared Kushner verfahren sei.

Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Bank seien Bestandteil einer größeren Untersuchung zu illegalen Geldströmen im US-Finanzsystem. Hierbei würden nicht nur andere Banken überprüft, sondern auch die mögliche Rolle der Deutschen Bank in dem gewaltigen Geldwäscheskandal der dänischen Danske-Bank oder der Geldwäsche-Skandal in einer Moskauer Niederlassung der Deutschen Bank.

Laut New York Times hat die US-Bundespolizei die Hinweisgeberin der Deutschen Bank, Tammy McFadden, vernommen, die öffentlich die Geldwäschebekämpfungssysteme des Unternehmens kritisiert hatte.

McFadden, ehemals Compliance-Beauftragte für die Bekämpfung der Geldwäsche bei der Bank, hatte der Zeitung im vergangenen Monat erklärt, dass sie verdächtige Transaktionen mit dem Familienunternehmen von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner im Jahr 2016 gemeldet habe. Verantwortliche Bankmanager hätten jedoch beschlossen, ihren erstellten Bericht nicht an die Behörden und die US-Regierung weiterzureichen.

Deckelte Deutsche Bank brisante Informationen über Trump-Konten?

Einige ihrer Kollegen hätten im Jahr 2017 ähnliche Erfahrungen mit verdächtigen Transaktionen von Konten juristischer Personen im Umfeld von Trump gemacht. Die Bank hatte die im Mai bekannt gewordenen Vorwürfe zurückgewiesen. Angesichts des Berichts im Mai hatten aber auch US-Senatoren die US-Notenbank Fed dazu aufgefordert, die Beziehungen von Trump und seinem Schwiegersohn Jared Kushner zur Deutschen Bank noch stärker unter die Lupe zu nehmen.

Die Deutsche Bank hatte über viele Jahre als einziges etabliertes Finanzinstitut Geschäfte mit dem Immobilien-Manager Trump gemacht. Die Bank lieh ihm insgesamt mehr als zwei Milliarden US-Dollar. Zu seinem Amtsantritt als Präsident soll Trump noch mehr als 350 Millionen Dollar offene Kredite bei der Bank gehabt haben.

Eine Sprecherin der Deutschen Bank in New York wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Wie immer bekräftigte das Institut aber seine Kooperationsbereitschaft mit den Ermittlern und betonte, seine Systeme zur Bekämpfung der Geldwäsche zu verbessern.

Dass es hier allerdings noch kräftig hapert, deckte zuletzt ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung" auf. Die Deutsche Bank hatte einräumen müssen, dass sie wegen eines Softwarefehlers jahrelang ein Problem hatte, Zahlungen von Großkunden vorschriftsgemäß zu überprüfen.

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