Vergleich in den USA Deutsche Bank zahlt für Zinsskandal 220 Millionen Dollar

Muss einmal mehr tief in die Kasse greifen, um mit Geld alte Skandale beizulegen. Seit 2012 summieren sich die Zahlungen für Strafen und zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten auf rund 20 Milliarden Dollar

Muss einmal mehr tief in die Kasse greifen, um mit Geld alte Skandale beizulegen. Seit 2012 summieren sich die Zahlungen für Strafen und zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten auf rund 20 Milliarden Dollar

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Die nächste historische US-Strafe: Die Deutsche Bank zahlt und zahlt und ...

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Die Deutsche Bank kann eine weitere ihrer Rechtsstreitigkeiten zu den Akten legen. Sie einigte sich mit den Generalstaatsanwälten von 44 US-Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington auf die Zahlung von 220 Millionen Dollar, wie der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman mitteilte.

In dem Streit ging es um die Manipulation von Interbanken-Zinssätzen wie dem Libor. Die Deutsche Bank ist das zweite Institut, mit dem sich die Bundesstaaten verglichen haben. Schneiderman sagte, das Geldhaus habe sich bereiterklärt, bei der weiteren Aufklärung mit den Behörden zu kooperieren.

Zahlreichen Banken war vorgeworfen worden, den Libor-Zins in der Finanzkrise von 2007 bis 2009 künstlich niedrig gehalten zu haben, um ihre Gewinne nach oben zu treiben oder gesünder auszusehen als sie waren. Dem Vergleich zufolge räumt die Bank die Vorwürfe der Ermittler insoweit ein, als sie das gegenüber dem US-Justizministerium und anderen Institutionen auf Bundesebene schon getan hat. Die Behörden in den USA und Großbritannien haben wegen der Manipulationen Strafen von rund neun Milliarden Dollar gegen Banken verhängt. Die Deutsche Bank zahlte vor knapp zwei Jahren bereits 2,5 Milliarden Dollar.

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Vor zwei Wochen war bekanntgeworden, dass die Deutsche Bank, HSBC und die Citigroup eine Libor-Sammelklage von Termingeschäfte-Händlern in den USA mit einer Millionenzahlung beilegen wollen. Auf das größte deutsche Institut entfallen allein 80 Millionen Dollar.

Ob nun Libor-Skandal, Verbraucherkredite oder Kirch-Pleite - die Deutsche Bank war in viele Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Viele sind immer noch nicht beigelegt. Seit 2012 hat das Institut für die Aufarbeitung der Skandale bereits rund 20 Milliarden Euro aufgewendet.

Lesen Sie auch: Libor-Manipulation und die Folgen - Chronik zweier Skandale

rei/dpa-afx
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