Slumlord-Vergleich Deutsche Bank legt Streit mit Los Angeles bei

Die Deutsche Bank sollte "einer der größten Slumlords der Stadt Los Angeles" sein, also verantwortlich für die Verwahrlosung ganzer Viertel. Doch nach zwei Jahren Rechtsstreit setzt sich die Deutsche Bank mit ihrer Position durch: Das Geldhaus war der falsche Adressat, zahlen müssen die Verwalter.
Slumlord-Vergleich in Los Angeles: Die Verwalter der Häuser müssen Millionen zahlen - aber nicht die Deutsche Bank

Slumlord-Vergleich in Los Angeles: Die Verwalter der Häuser müssen Millionen zahlen - aber nicht die Deutsche Bank

Foto: Nick Ut/ AP

Los Angeles - Die Deutsche Bank kommt ohne Blessuren aus einem viel beachteten Rechtsstreit in den USA heraus. Die Stadt Los Angeles hatte den Frankfurtern vorgeworfen, sie hätten gepfändete Häuser säumiger Schuldner verwahrlosen lassen und damit zum Niedergang ganzer Wohnviertel beigetragen. Die Bank konnte sich nun mit ihrer Auffassung durchsetzen, sie sei schlicht der falsche Adressat für die Vorwürfe.

Stattdessen zahlen die für die Häuser zuständigen Verwalter und Investoren insgesamt 10 Millionen Dollar (derzeit knapp 7,7 Mio Euro) an die Stadt. "Die Deutsche Bank leistet keinen Beitrag zu der Ausgleichszahlung", erklärte das Institut am Wochenende. Im Rahmen des geschlossenen Vergleichs übernehme die Bank auch "keinerlei Haftung und räumt keinerlei Fehler ihrerseits ein".

Als die Klage vor zwei Jahren eingereicht wurde, stand die Deutsche Bank mit einem Mal am Pranger. Die Gegenseite hatte das Geldhaus als "einen der größten Slumlords der Stadt Los Angeles" bezeichnet. So werden in den USA die Besitzer abbruchreifer Häuser bezeichnet. Auch für einen Anstieg der Kriminalität in den betroffenen Vierteln wurden die Frankfurt mitverantwortlich gemacht.

Vergleich muss noch vom Gericht bestätigt werden

Der Finanzkonzern tritt in den USA als Treuhänder (Trustee) für institutionelle Investoren auf, die Kreditpakete aufgekauft haben. Die Deutsche Bank sorgt in dieser Rolle dafür, dass die einzelnen Investoren ihren Anteil an den laufenden Einnahmen erhalten. Um anstehende Zwangsvollstreckungen und die Verwaltung der Häuser kümmern sich dagegen die sogenannten Loan Servicer.

Die Deutsche Bank erklärte, die Parteien an einen Tisch gebracht zu haben. Der Vergleich müsse aber noch von einem Gericht abgesegnet werden. Dass sich die Beteiligten in dem seit zwei Jahren laufenden Rechtsstreit geeinigt haben, war bereits vor einigen Tagen bekanntgeworden. Unklar waren dagegen bis dato die Bedingungen.

Nach der Finanzkrise waren zahlreiche Banken in den USA wegen Fehlern bei Zwangsvollstreckungen ins Visier der Behörden geraten.

la/dpa
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