Folgen des neuerlichen Umbaus Cryan will weitere Jobs in Deutschland streichen

""Wir machen es auf die deutsche Art": John Cryan

""Wir machen es auf die deutsche Art": John Cryan

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS
Fotostrecke

Die Identität der Deutschen Bank: Mit diesen Claims werben die Banken

Foto: Getty Images

Beim neuerlichen Umbau der Deutschen Bank werden weitere Arbeitsplätze hierzulande wegfallen. "Es wird sicherlich einige Jobverluste in Deutschland geben", sagte Bankchef John Cryan am Montag in einem Interview mit dem Wirtschaftssender Bloomberg TV . Genaue Zahlen nannte er nicht. Zunächst begännen die Verhandlungen mit allen Beteiligten. "Wir machen es auf die deutsche Art", erklärte er. "Wir wollen zu einer Übereinkunft kommen."

Deutschlands größtes Geldhaus hatte am Wochenende verkündet, die Tochter Postbank entgegen früheren Plänen nicht verkaufen zu wollen. Sie wird stattdessen in das Privat- und Firmenkundengeschäft eingegliedert. Durch eine gemeinsame Verwaltung und Technik sollen Kosten gespart werden.

Auch das Investmentbanking wird neu aufgestellt. Gleichzeitig soll ein Minderheitsanteil an der Vermögensverwaltungstochter Deutsche Asset Management an die Börse gebracht werden.

Lesen Sie auch: Deutsche Bank kürt Kronprinzen für Chefposten

Die Deutsche Bank steckt bereits mitten in einem Umbau, bei dem bis 2018 weltweit unter dem Strich 9000 Arbeitsplätze im eigenen Haus wegfallen werden, davon 4000 in Deutschland. Das Filialnetz schrumpft. "Wir haben noch etwas zu tun bei der Restrukturierung in Deutschland", sagte Cryan. Es gebe aber "gute Perspektiven" im hiesigen Markt. Zuletzt hatte die Bank weltweit 99.700 Mitarbeiter, davon 44 600 in Deutschland. Die Postbank allein kam auf 18.100 Beschäftigte.

Verdi will betriebsbedingte Kündigungen unbedingt vermeiden

Die Gewerkschaft Verdi begrüßte den Verbleib der Postbank bei der Deutschen Bank. "Grundsätzlich ist das Bekenntnis zum deutschen Markt und das damit verbundene Bekenntnis zur Postbank aus Sicht der Beschäftigten zu begrüßen", erklärte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske am Sonntagabend. Bsirske sitzt für die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat der Deutschen Bank und dürfte die am Wochenende verkündeten Beschlüsse mitgetragen haben.

Die Pläne böten die Chance, das Geschäft in Deutschland erfolgreich weiterzuführen und damit die Arbeitsplätze der Beschäftigten langfristig zu sichern. Es gelte jetzt, den Prozess mit Sicherheiten für die Mitarbeiter zu flankieren. Dabei komme dem tariflichen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen entscheidende Bedeutung zu. Dies habe für die Gewerkschaft "oberste Priorität", betonte Bsirske.

rei/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.