Mittwoch, 13. November 2019

Deutsche Bank prüft offenbar Stellenabbau Mindestens jede zehnte Stelle im Zinsgeschäft könnte wegfallen

Handelssaal der Deutschen Bank (Bild Archiv)
Deutsche Bank
Handelssaal der Deutschen Bank (Bild Archiv)

18.000 Stellen stehen bei der Deutschen Bank im Zuge des Konzernumbaus zur Disposition - 9000 davon könnten allein in Deutschland wegfallen und dabei das Privatkundengeschäft womöglich härter treffen als erwartet, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unlängst. Offiziell bestätigt wurden die Zahlen für Deutschland bislang nicht.

Am Montag berichtet Bloomberg nun, die Bank erwäge, im Handel mit verzinslichen Wertpapieren mindestens jede zehnte Stelle abzubauen. Es werde wahrscheinlich in dem Bereich, der mehrere hundert Mitarbeiter beschäftigt, einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz der Arbeitsplätze treffen.

Die endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die Deutsche Bank wollte sich nicht näher zu dem möglichen Stellenabbau äußern. "Wir bekennen uns zu einer soliden und breit angelegten Zinsplattform und investieren in Bereiche unseres Zinsgeschäfts, in denen wir Möglichkeiten sehen, unser Kundengeschäft auszubauen", erklärte ein Bank-Sprecher lediglich.

Laut Bloomberg überprüfe die Bank derzeit das Geschäft mit verzinslichen Wertpapieren, das Ergebnis dieser Prüfung könnte beim kommenden Investorentag im Dezember bekannt gegeben werden. Im Juli hatte die Deutsche Bank noch erklärt, dass sie vor allem den Aktienhandel drastisch eindampfen und eine "führende Bank" im Fixed-Income-Handel bleiben wolle, wo das Institut traditionell gut aufgestellt ist.

Im Zinshandel kaufen und verkaufen Anleger Produkte wie Staatsanleihen und Derivate, um von zinsrelevanten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen zu profitieren oder umgekehrt sich davor zu schützen. Zinsswaps zum Beispiel sind für Unternehmen ein gängiges Risikomanagement-Instrument, um ihre Finanzierungsbedingungen auf längere Sicht zu stabilisieren. Diese Kunden wolle die Deutsche Bank weiter bedienen.

"Wir sind ein bedeutender Akteur in dem Geschäft, aber die Zinssätze sind ein Bereich, in dem wir das Geschäftsmodell umgestalten müssen, um es rentabler zu machen, und zwar unter Berücksichtigung der Ressourcen, die wir dort haben", hatte Finanzvorstand James von Moltke im vergangenen Monat erklärt.

Laut Bloomberg ist in der gesamten Bankenbranche der Handel mit Zinspapieren rückläufig. Im ersten Halbjahr seien die weltweiten Einnahmen in diesem Segment um 17 Prozent auf rund 10 Milliarden US-Dollar gesunken.

rei

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