Donnerstag, 25. April 2019

Deutsche-Bank-Großaktionäre bereiten sich auf Kapitalerhöhung vor Arabische Allianz wird gefährlich für John Cryans Job

In der arabischen Welt gut vernetzt: Deutsche-Bank-Großaktionär Hamad Bin Jassim (im Bild von 2012 als katarischer Premier im Golfkooperationsrat)

Weitere arabische Investoren liebäugeln mit dem Einstieg bei der Deutschen Bank. Sollte das Geldhaus sein Kapital erhöhen müssen, um die mutmaßlich milliardenhohen Bußgelder für Rechtsverstöße zu bezahlen, wären die Staatsfonds von Katar und Abu Dhabi bereit, Aktien zu zeichnen. Auch ein Investor aus China steht parat, wie das manager magazin aus Bankenkreisen erfahren hat. Mehr dazu lesen Sie in unserer neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 21. Oktober).

Ihren Einfluss stärken wollen vor allem Katars Ex-Premier Hamad Bin Jassim Bin Jabor Al-Thani (57) und sein Cousin Hamad Bin Khalifa Al-Thani (64). Einschließlich Optionen halten die Vettern zusammen jetzt schon rund 10 Prozent an der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen. Bei einer Kapitalerhöhung in größerem Umfang wären sie bereit, ihren Anteil bis auf 25 Prozent zu schrauben - allerdings zusammen mit den Investoren aus Katar, Abu Dhabi und China.

Am Investmentbanking will die Investorengruppe festhalten, nicht aber zwingend an Vorstandschef John Cryan (55): Der CEO, dem Führungskraft abgesprochen wird, gilt als ebenso gefährdet wie IT-Chefin Kim Hammonds (49) und weitere Topmanager. Beraten werden die beiden Al-Thanis von Michele Faissola (48), Ex-Vermögensverwaltungschef der Deutschen Bank.

Für die Beilegung weiterer Rechtsstreitigkeiten hat die Deutsche Bank 5,5 Milliarden Euro beiseitegelegt. Das Geld ist vor allem für Bußen im Zusammenhang mit dem Verkauf fauler Hypothekenkredite sowie möglicher Geldwäsche in Russland reserviert. Derzeit werden beide Fälle von Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien untersucht.

Allein für die dubiosen Kreditverkäufe hat das US-Justizministerium eine Strafe von 12,5 Milliarden Euro aufgerufen. Die Deutsche Bank verhandelt momentan mit den Amerikanern über eine deutliche Reduzierung der Summe; im Konzern wächst die Zuversicht, deutlich billiger und damit ohne Kapitalerhöhung davonzukommen. Mit dem Abschluss der Verhandlungen wird noch vor den US-Präsidentschaftswahlen am 8. November gerechnet.

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Video-Kommentar: Die Deutsche Bank könnte in Existenznot geraten

Foto: manager-magazin.de / Wochit

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