Dienstag, 22. Oktober 2019

Hauptversammlung der Deutschen Bank Aktionär an Achleitner: "Sie sollen nicht rumjammern"

Enttäuschter Aufsichtsratschef Paul Achleitner zwischen CEO John Cryan und dessen bisherigem Co-Chef Jürgen Fitschen

15.15 Uhr: Werte Leser(innen), die Reihen im Publikum haben mittlerweile schon arg gelichtet. Wir beenden an dieser Stelle die Live-Berichterstattung. Mögen auch zahlreiche Redebeiträge von Aktionären noch auf der Liste stehen, Wesentliches passiert nicht mehr. Die Abstimmungen finden erst am späten Abend statt. Die Entlastung des amtierenden Vorstands sowie des Aufsichtsrats ist gesichert, die der Altvorstände nicht. Eine Analyse des Auftritts von Achleitner und Cryan lesen Sie hier.

14 Uhr: Kontrovers wie immer geht es bei der Deutschen Bank zu. Die Aktionäre werden noch einige Stunden mit der Konzernführung diskutieren, bevor sie über deren Entlastung und diverse Anträge auf Sonderprüfungen abstimmen können. An dieser Stelle beenden wir unseren Live-Bericht.

13.45 Uhr: Aufsichtsratschef Paul Achleitner antwortet auf die zahlreichen Fragen zu der öffentlichen Schlammschlacht um den Chefaufklärer Georg Thoma, die durch Äußerungen von Präsidiumsmitglied Henning Kagermann und Aufsichtsratsvize Alfred Herling losgetreten wurde.

Allerdings hilft seine Aussage nicht wirklich weiter: Achleitner erklärt die Aussagen der beiden damit, dass ein Pressebericht über einen Machtkampf im Aufsichtsrat nicht mehr abwendbar schien, und Kagermann und Herling sich deswegen öffentlich äußerten.

Alfred Herling (l.) und Henning Kagermann: Die beiden Aufsichtsräte keilten gegen Kollege Thoma
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Alfred Herling (l.) und Henning Kagermann: Die beiden Aufsichtsräte keilten gegen Kollege Thoma

Das ist eine sehr grobe Skizze der Geschehnisse, erklärt aber nicht, warum Herling und Kagermann so gehandelt haben. Kritik am Verhalten der beiden Aufsichtsräte jedenfalls ist Teil fast jeder Wortmeldung auf der Hauptversammlung.

Zwei interessante Fakten immerhin bringt Achleitner: Derzeit sind für die Bank 16 externe Beraterfirmen aktiv, um die zahlreichen juristischen Vorwürfe aufzuarbeiten. Kosten, die allein durch Aufträge seitens des Aufsichtsrats 2015 angefallen sind: 13,4 Millionen Euro.

Mehr, so kündigt Achleitner an, werde er zu diesem Thema auf dem Aktionärstreffen nicht mehr sagen.

13.40 Uhr: Perfide Breitseite eines Kleinaktionärs gegen Henning Kagermann. Der Ex-SAP-Chef ist seit dem Jahr 2000 im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Jetzt sei die desaströse IT eines der größten Probleme der Bank. Warum, so der Kleinaktionär, habe der IT-Fachmann Kagermann das seit mehr als 15 Jahren nicht verhindert?

13.30 Uhr: Inzwischen melden sich auch die zornigeren Kritiker der Bankführung. Ein Anwalt der Aktionärin Marita Lampatz begründet deren umfangreichen Antrag auf mehrere Sonderprüfungen - zu den Bilanzen, zum Postbank-Deal sowie zu Schadensersatzansprüchen gegen Vorstände und Aufsichtsräte.

Zuvor hatte Karl-Walter Freitag, der ebenfalls mehrere Gegenanträge gestellt hat, Aufsichtsratschef Paul Achleitner wegen dessen Aussagen über anonyme Kritik von Investorenvertretern als "weinerlich" bezeichnet. "Sie sollen hier nicht rumjammern, sondern das Unternehmen nach vorne bringen."

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