Deutsche Bank Campelli verantwortet zwei Deutsche-Bank-Sparten

Vorstandsgroßumbau bei der Deutschen Bank: Fabrizio Campelli übernimmt die Führung der Investment- und der Unternehmensbank. Vorstandschef Sewing zeichnet künftig auch verantwortlich für Personalfragen. Mit Rebecca Short steigt eine zweite Frau in den Vorstand auf, und mindestens ein Topmanager geht.
Fabrizio Campelli: Der Manager mit einem italienischen und einem britischen Pass arbeitet bereits seit 16 Jahren für die Deutsche Bank

Fabrizio Campelli: Der Manager mit einem italienischen und einem britischen Pass arbeitet bereits seit 16 Jahren für die Deutsche Bank

Foto: RAINER UNKEL / imago images/Rainer Unkel

Christian Sewing (50), Chef der Deutschen Bank, hat den größten Vorstandsumbau angestoßen, seitdem er an der Spitze des Geldhauses steht. Fabrizio Campelli (47), der in dem Führungsgremium bisher für den Umbau des Instituts sowie Personal zuständig ist, übernimmt zum 1. Mai die Verantwortung für das Investmentbankgeschäft und die Unternehmensbank, teilte das Institut am Montag in Frankfurt am Main mit.

Sewing hatte die ertragreichste Sparte der Bank bisher selbst geleitet, die Finanzaufsicht drang aber auf ein Ende dieser Doppelrolle. Sewing, der einen neuen Vertrag bis 2026 bekommt, übernimmt im Gegenzug die Zuständigkeit für Personalthemen. Personalchef Michael Ilgner wird damit ab sofort an Sewing berichten.

Campellis bisherige Zuständigkeit für den Umbau der Bank geht an Rebecca Short, die in den Vorstand aufsteigt. Sie wäre dann neben Christiana Riley (42), die für das Nord- und Südamerikageschäft verantwortlich zeichnet, die zweite Frau in dem zehnköpfigen Vorstand. Short ist den Angaben zufolge bislang Chefin der Finanzplanung und Finanzsteuerung und Mitglied im Konzernleitungskomitee (GMC). Außerdem übernimmt sie den Bereich Einkauf, der bisher in der Betriebsorganisation (COO) angesiedelt war, sowie die Vorstandsverantwortung für die Einheit zur Freisetzung von Kapital (Capital Release Unit). Der für die Organisation zuständige COO Frank Kuhnke (53) verlässt die Bank. Seine Position wird nicht neu besetzt. Ein Teil seiner Aufgabe für den Maschinenraum der Bank landet künftig bei Campelli.

Voraussichtlich zur Hauptversammlung 2022 wird sich Risikovorstand Stuart Lewis (56) verabschieden. Rechts- und Regulierungsvorstand Stefan Simon (51) wird bereits ab Mai dieses Jahres die Bereiche Compliance sowie den Kampf gegen die Finanzkriminalität übernehmen und damit einen Teil der Aufgaben von Lewis.

Sewing hatte im Juli 2019 zusätzlich zu seinem CEO-Job die Verantwortung über die Investmentbank übernommen, als der damalige Spartenchef Garth Ritchie das Institut verließ. Regulierer hatten von vornherein deutlich gemacht, dass die Doppelbelastung nur eine vorübergehende Lösung sein könnte und immer wieder darauf gedrungen, dass Sewing die direkte Zuständigkeit für die Investmentbank abgibt, wie das manager magazin bereits im vergangenen November berichtet hatte .

Im Investmentbanking verdient das Geldhaus inzwischen wieder das meiste Geld. Unter den Top-Banken weltweit ist Sewing bislang einer der wenigen Chefs, der die Verantwortung für die ganze Bank und gleichzeitig für das Kapitalmarktgeschäft trägt. Aus Regulierersicht bringt das Interessenkonflikte mit sich, da er einerseits als Investmentbank-Vorstand großes Interesse an einem beträchtlichen Wachstum dieser Sparte hat, was mit zu hohen Risiken einhergehen könnte. Andererseits muss er als CEO genau das verhindern.

rei/Reuters
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