Samstag, 21. September 2019

Handelsaktivitäten Deutsche Bank ermittelt intern zu möglichen Goldpreis-Manipulationen

Begehrte Barren: Wurde am Goldpreis jahrelang gedreht? Am Donnerstag war der Preis über die Marke von 1300 Dollar geklettert, was Händler allerdings auch mit der Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik in den USA begründen

Die Deutsche Bank steht unter Verdacht, auch den Goldpreis manipuliert zu haben. Um mögliche Sanktionen abzumildern, geht das Institut den Vorwürfen intern nach, heißt es.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank führt Insidern zufolge eigene Ermittlungen zur täglichen Festlegung des Goldpreises in London. Wie der Angelegenheit nahestehende Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten, wurde die Untersuchung bereits vor gut einem Jahr eingeleitet, als Vertreter der deutschen Börsenaufsicht Bafin der Deutschen Bank in London wegen des Verdachts auf Manipulationen einen Besuch abstattete.

Die Deutsche Bank werde die Handelsaktivitäten genau unter die Lupe nehmen, sagte einer der Insider. Sollte die Bank auf Basis der Untersuchung frühzeitig interne Maßnahmen ergreifen, könnte sie damit womöglich die Wirkung von Sanktionen der Aufsichtsbehörden mildern.

Die Deutsche Bank hatte zu Jahresbeginn beschlossen, sich nicht mehr an der Feststellung der offiziellen Referenzpreise für Gold und Silber zu beteiligen. Sie war im Sommer 2013 auch in diesem Bereich ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten. Diese untersuchen, ob es dort ebenfalls zu Manipulationen gekommen ist. Die zumindest teilweise erfolgreichen Versuche von Banken, Referenzsätze wie den Zinssatz Libor oder auch Devisenkurse zu lenken, haben die Aufseher und Marktteilnehmer weltweit aufgeschreckt.

rei/rtr

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