Cum-Ex-Ermittlungen Razzia bei der Deutschen Bank

Deutschlands größtes Geldhaus hat erneut staatliche Ermittler zu Gast: Im Rahmen von Ermittlungen zum Cum-Ex-Skandal durchsuchten am Dienstag Staatsanwälte und Steuerfahnder Büros der Deutschen Bank in Frankfurt sowie Privatwohnungen.
Ungebetene Gäste: Ermittler durchsuchten am Dienstag Räumlichkeiten der Deutschen Bank in Frankfurt

Ungebetene Gäste: Ermittler durchsuchten am Dienstag Räumlichkeiten der Deutschen Bank in Frankfurt

Foto: REUTERS

Staatsanwälte und Steuerfahnder haben am Dienstag die Zentrale des größten deutschen Geldhauses in Frankfurt wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung durchsucht. Die Razzia findet im Rahmen der seit 2017 laufenden Cum-Ex-Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln statt, wie die Bank mitteilte. Auch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und die Privatwohnungen zehn Beschuldigter seien durchsucht worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Köln.

"Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit verfahrensgegenständlichen Cum-Ex-Geschäften sowie verwandter Steuerhinterziehungsmodelle", ergänzte eine Sprecherin der Behörde. Die Staatsanwälte suchen mithilfe von 114 Ermittlern aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern nach relevanter Kommunikation, E-Mails und sonstige schriftliche Korrespondenz.

"Wie bereits seit Beginn der Ermittlungen 2017 kooperiert die Bank weiterhin vollumfänglich mit der ermittelnden Behörde", erklärte ein Sprecher der Deutschen Bank.

Bei den Cum-Ex-Deals geht es um ein Betrugssystem, bei dem beteiligte Investoren, Banken und Aktienhändler sich nicht gezahlte Kapitalertragsteuern vom Staat erstatten ließen. Der Schaden für die Steuerzahler schätzen Experten auf rund zehn Milliarden Euro. Die Banken nahmen an den Geschäften in unterschiedlichen Rollen teil und verdienten dabei Provisionen: Sie wickelten Transaktionen ab, warben Investoren an und stellten ihnen Kredite zur Verfügung.

Die Deutsche Bank musste im September zusammen mit der Warburg Bank und The Bank of New York Mellon 60 Millionen Euro wegen illegaler Cum-Ex-Aktiengeschäfte an den Fiskus zurückzahlen. Der Anteil einzelner Institute unterliegt einem Geheimhaltungsvertrag.

cr/Reuters
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