Montag, 20. Mai 2019

"Es gibt Beratungen" Vizekanzler bestätigt Gespräche zwischen Deutscher Bank und CoBa

Bundesfinanzminister Scholz: "Es gibt Beratungen."

Deutsche Bank und Commerzbank loten nach Worten von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) die aktuelle Lage aus. "Es gibt Beratungen über die Situation wie sie ist. Die Bundesregierung ist ein fairer Begleiter von privatwirtschaftlichen Diskussionen", sagte Scholz am Montag am Rande des Treffens der Euro-Finanzminister in Brüssel. "Mehr gibt es da gegenwärtig nicht zu sagen."

Die "Welt am Sonntag" hatte am Wochenende berichtet, der Vorstand der Deutschen Bank habe beschlossen, Gespräche mit dem Konkurrenten aufzunehmen. Es habe bereits "inoffizielle Kontakte in sehr kleiner Runde gegeben", die allerdings noch nicht in einem Stadium seien, in dem sie mitteilungspflichtig seien. Sprecher beider Geldhäuser wollten den Bericht nicht kommentieren.

Spekulationen über einen Zusammenschluss der letzten beiden unabhängigen deutschen Großbanken halten sich seit Monaten. Seit Sommer werben Finanzstaatssekretär Jörg Kukies, Ex-Deutschlandchef von Goldman Sachs, und Finanzminister Scholz für stärkere deutsche Banken.

Die Bundesregierung steht nach eigener Aussage "wirtschaftlich sinnvollen Optionen offen gegenüber". Der Bund ist seit der Finanzkrise mit gut 15 Prozent größter Einzelaktionär der Commerzbank. Der "Welt am Sonntag" zufolge sollen Scholz und Kukies die Bankchefs Christian Sewing (Deutsche Bank) und Martin Zielke (Commerzbank) gedrängt haben, ein Zusammengehen zu prüfen.


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Zinstief und Regulierungskosten machen der Branche zu schaffen, die Deutsche Bank musste sich in den vergangenen Jahren zudem mit teuren Altlasten herumschlagen. Nach drei Verlustjahren in Folge hat Deutschlands größtes Geldhaus 2018 gerade erst die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft.

Auch die Commerzbank sieht sich bei ihrem Konzernumbau noch nicht am Ziel. Das Institut stieg im Herbst angesichts eines ebenfalls kräftig gestutzten Börsenwertes sogar vom Dax in den MDax ab. Ob ein Zusammenschluss der beiden Häuser die Lösung der Probleme wäre, ist unter Experten umstritten.

cr/dpa

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