Kräftiger Gewinnsprung Deutsche Bank überrascht mit Milliardengewinn

Die Erträge von Unternehmenskunden und steigende Zinsen fangen bei der Deutschen Bank die Flaute im Investmentbanking auf. Das größte deutsche Geldinstitut hat seinen Nettogewinn versechsfacht. Konzernchef Christian Sewing erneuert das Renditeziel.
Sprudelnde Einnnahmen: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gibt sich optimistisch, die Ertragsprognose für das laufende Jahr zu übertreffen

Sprudelnde Einnnahmen: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gibt sich optimistisch, die Ertragsprognose für das laufende Jahr zu übertreffen

Foto: Arne Dedert / dpa

Die Deutsche Bank hat trotz der verschlechterten Wirtschaftslage im dritten Quartal überraschend einen Milliardengewinn erzielt. "Wir liegen voll auf Kurs, unsere Ziele für das Jahr 2022 zu erreichen", erklärte Vorstandschef Christian Sewing (52) am Mittwoch. Damit rechnet der Manager weiter mit einer Rendite von 8 Prozent auf das materielle Eigenkapital, was Analysten bisher für unrealistisch hielten.

Im dritten Quartal verdiente die Deutsche Bank vor Steuern rund 1,6 Milliarden Euro - fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Es war zudem das höchste Vorsteuerergebnis in einem dritten Quartal seit 2006. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von gut 1,1 Milliarden Euro, fast sechsmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Es war der neunte Quartalsgewinn in Folge für die Deutsche Bank. Mit ihren Ergebnissen übertraf die Bank die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Die Experten hatten laut Reuters im Schnitt nur mit einem Nettogewinn von 835 Millionen Euro gerechnet.

Gewinne im Investmentbanking steigen nur moderat - offenbar Stellenabbau

Die Gesamterträge stiegen um 15 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Und Sewings Optimismus liegt eben nicht zuletzt an den sprudelnden Einnahmen. Auch dank der gestiegenen Zinsen hält er es jetzt für möglich, dass die gesamten Erträge in diesem Jahr die bisherige Prognose von 26 bis 27 Milliarden Euro übertreffen.

Mit Blick auf sein Renditeziel liegt das Geldhaus im bisherigen Jahresverlauf auf Kurs: In den ersten neun Monaten lag die Rendite auf das materielle Eigenkapital bei 8,1 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte sie lediglich 4,8 Prozent erreicht.

Die Gewinne aus dem Investmentbanking stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf 2,37 Milliarden Euro. Insidern zufolge entlässt das Institut dennoch wegen des schwachen Geschäfts mit Übernahmen und Fusionen mehrere Dutzend Investmentbanker in London und New York. Die Bank rechnet damit, dass die volatilen Kapitalmärkte die Erträge in der Investmentbank weiterhin belasten werden, die Zinswende lässt die Gewinne im Wertpapiergeschäft aber steigen.

Für Investoren gelten die Quartalszahlen der Deutschen Bank und mehrerer anderen europäischen Institute, wie Barclays, Unicredit und Santander, die am Mittwoch ihre Zahlen vorlegen, als wichtiger Indikator für die Auswirkungen der Energiekrise, der Abkühlung in der Weltwirtschaft und der Erhöhung des Leitzinses.

rei/DPA/Reuters
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