Donnerstag, 22. August 2019

Ermittlungen, Chefwechsel, Kurssturz Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef zufrieden mit 2018

Paul Achleitner, seit 2012 Aufsichtsratschef der Deutschen Bank.

Trotz des abrupten Chefwechsels, Vorstandsrochaden, erneuter staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen und der Halbierung des Börsenwerts hat der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank Zufriedenheit mit dem Zustand der Bank demonstriert. "Die Bank hat eine Strategie, die sie konsequent umsetzt", sagte Paul Achleitner (62) der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Gleich viermal betonte er in dem Interview, er sei "Optimist".

Den Verfall des Aktienkurses von Deutschlands größter Bank bezeichnete Achleitner als "bitter", allerdings auch als gewöhnlich. Alle Aktien hätten "gelitten", alle Banken hätten an der Börse an Wert verloren. Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen büßte mehr als 55 Prozent ein; die Kurse der wichtigsten europäischen Rivalen verloren auch stark, allerdings rund 20 Prozentpunkte weniger: So sackten die Aktien von BNP Paribas um rund 37 Prozent ab, Société Générale um 35 Prozent, die Schweizer UBS um 30 Prozent und Banco Santander aus Spanien um 27 Prozent.

Für den besonders tiefen Sturz der Deutschen Bank machte der Österreicher die "Aufregung" verantwortlich, die sich nach derjüngsten Razzia der Staatsanwaltschaft in der Öffentlichkeit und unter den Investoren breit gemacht habe. Dass so wenig Vertrauen in die Bank vorhanden sei, müssten er und seine Leute ändern. Offensichtlich ist Achleitner der Meinung, dass in Deutschland die Gewaltenteilung nur eingeschränkt funktioniert: Man dürfe in Deutschland weder die Justiz noch die Medien kritisieren, behauptete der Aufsichtsratsvorsitzende.

soc

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