Donnerstag, 23. Mai 2019

Deutsche Bank ist größte Gläubigerin des nächsten US-Präsidenten Hilft Trump der Deutschen Bank aus der Patsche?

Zug zur Wall Street: Die eine Sparte der Deutschen Bank sieht Trump als guten Kunden, die andere als "Persona non grata"

Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen ist bislang nicht als Trump-freundlich aufgefallen. Im Wahlkampf war eher die Wall-Street-Nähe der unterlegenen Kandidatin Hillary Clinton Thema - darunter auch ein Auftritt Clintons bei der Deutschen Bank in New York im Jahr 2014. Die Mitarbeiter der Bank spendeten laut "Opensecrets" gleich viel an beide Parteien, mit Clinton als größter Empfängerin - und Trump unter ferner liefen. Kurz vor der Wahl warnten die Anlagestrategen der Bank eindringlich vor einem Trump-Sieg, der einen Börsencrash bringen würde.

Danach sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Die US-Volkswirte der Bank feierten in ihrem Marktkommentar für Donnerstag den "Game Changer": Dank Trump bestehe "das Potenzial für deutlich schnelleres Wirtschaftswachstum", weil der Staat die Steuern senken, die Regulierung von Unternehmen lockern und zugleich die Ausgaben steigern werde - das Lied, das auch "Big Poppa" Carl Icahn singt. Die Deutsche Bank macht sich sogar Trumps Versprechen zueigen, er werde die Wachstumsrate verdoppeln.

Das Verhältnis der größten nicht-amerikanischen Investmentbank zum US-Nationalisten ist, sagen wir, kompliziert. Besonders freuen sich die Wall-Street-Experten über Trumps Ansage, er werde den Dodd-Frank Act widerrufen, das große nach der Finanzkrise erschaffene Werk der Demokraten, um die Banken im Zaum zu halten und Risiken für die Weltwirtschaft zu begrenzen - das würge doch nur Kredite für die Realwirtschaft ab, argumentiert der gewählte Präsident.

US-Banken leihen Trump kein Geld - die Deutsche schon

Der selbsternannte "Schuldenkönig" muss es ja wissen. Von den meisten US-Großbanken bekam der Immobilienmogul selbst kaum noch Geld geliehen, nachdem er sechsmal mit seinen Unternehmen Insolvenz anmeldete.

Citigroup Börsen-Chart zeigen, JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigen und Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen betrachteten Trump als nicht kreditwürdig, berichtete das "Wall Street Journal" (kostenpflichtig) im März. Ein Banker von Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen wurde zitiert, niemand sei so blöd, einen Deal mit Trump-Bezug vorzuschlagen.

Eine wichtige Ausnahme gibt es: die Deutsche Bank. Oder jedenfalls einen Teil davon. Während die Investmentbanking-Sparte Trump als "Persona non grata" betrachte, sehe die Vermögensverwaltung in dem Superreichen immer noch einen guten Kunden. Bei keiner anderen Bank ist Trump laut "Journal" und anderen Quellen höher verschuldet.

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