Sonntag, 15. Dezember 2019

Deutsche Bank - Gerüchte um schwaches Quartal und Kapitalerhöhung  "Der Januar war katastrophal, der Februar schlecht"

Dunkle Quartalsprognosen drücken den Aktienkurs der Deutschen Bank nahe sieben Euro

Nicht nur Aktionäre der Deutschen Bank dürften dem Quartalsbericht des Geldhauses dieses Mal besonders entgegenfiebern. Fällt das Ergebnis schlecht aus, steigt der Druck, die ungeliebte Ehe mit der Commerzbank zu suchen. Gerüchteweise soll das Quartal nicht gut gelaufen sein.

Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen hat laut Insidern im ersten Quartal vor allem im Wertpapierhandel kräftig an Boden verloren. "Der Januar war katastrophal, der Februar schlecht, im März wurde es langsam besser", sagte ein Insider am Donnerstag gegenüber Reuters. Zwei weitere mit dem Geschäftsverlauf vertraute Personen bestätigten diese Darstellung. Das Institut selbst hatte vergangene Woche erklärt, die Marktbedingungen hätten sich im Vergleich zu denen im vierten Quartal 2018 zwar verbessert, seien aber etwas schwächer als erwartet.

Analysten rechnen mit einem deutlichen Rückgang der Erträge im Investmentbanking zu Jahresbeginn. Laut einer auf der Internetseite der Bank veröffentlichten Aufstellung erwarten die Branchenexperten im Schnitt einen Rückgang der Einnahmen in diesem größten Geschäftsbereich auf rund 3,5 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2018 hatte das Institut noch Erträge in Höhe von 3,85 Milliarden eingefahren, im Jahr zuvor waren es 4,4 Milliarden Euro. Die Monate Januar bis März sind traditionell besonders wichtig.

Die Deutsche Bank, die derzeit mit der Commerzbank über eine mögliche Fusion spricht, wird ihre Zwischenbilanz am 26. April veröffentlichen. Spätestens bis dahin wird Konzernchef Christian Sewing auch über die Sondierungsgespräche mit der kleineren Coba berichten - diese werden nach Angaben beider Banken "ergebnisoffen" geführt.

Bei einer Fusion entstünde eine Bank, die im internationalen Vergleich aber immer noch ein Leichtgewicht wäre. Allerdings sind große Anteilseigner eher skeptisch, ob ein solcher Zusammenschluss Sinn macht und die Erosion der Erträge tatsächlich stoppen könne. Zuletzt hatte die weltgrößte Fondsgesellschaft Blackrock, die bei beiden Instituten Aktionär ist, das Vorhaben öffentlich in Zweifel gezogen. Auch das Emirat Katar und der chinesische Mischkonzern HNA gelten als Skeptiker.

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