Freitag, 18. Oktober 2019

Kurssturz setzt sich fort Deutsche Bank Aktie stürzt auf Rekordtief

Deutsche Bank Aktie: Absturz ohne Ende

Die Niedrigzinspolitik der EZB, die Angst vor einer Rezession in Deutschland sowie Alarmsignale vom US-Bondmarkt haben die Aktien der beiden größten deutschen Finanzhäuser Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Commerzbank Börsen-Chart zeigen weiter in die Tiefe gedrückt. Die Aktie der Deutschen Bank setzte am Donnerstag ihren Kursrutsch fort und fiel unter die Marke von 6 Euro je Aktie. Zuletzt baute die Aktie der Deutschen Bank ihre Verluste auf mehr als 3 Prozent aus und stürzte mit 5,83 Euro auf ein Rekordtief. Binnen vier Handelstagen hat die Aktie der Deutschen Bank mehr als 15 Prozent eingebüßt.

Damit kommt das größte deutsche Geldhaus auf einen Börsenwert von nur noch knapp über zwölf Milliarden Euro. Der Zahlungsdienstleister Wirecard, dessen Aktien ebenfalls im Leitindex Dax notiert sind, ist gut vier Milliarden Euro mehr wert. Die führende US-Bank JPMorgan kommt auf einen Börsenwert von rund 330 Milliarden Dollar und hat allein im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 9 Milliarden Dollar erzielt. JPMorgan Börsen-Chart zeigen könnte also mit dem Gewinn aus zwei Quartalen die Deutsche Bank locker übernehmen - wenn es denn Interesse an dem deutschen Institut gäbe.

Trump drängt auf Zinssenkungen der Fed - und setzt Banken damit zu

Zusätzlich zu den internen Problemen der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, die sich mitten im Umbau befindet, kommen jetzt Probleme im Kredit- und Einlagengeschäft hinzu. Am Markt wird fest damit gerechnet, dass sowohl die EZB als auch die US-Notenbank Fed die Zinspolitik weiter lockern bzw. die Zinsen in den USA weiter senken werden - dies belastet die gesamte Bankenbranche.

"Die Fed muss aus schierer Notwendigkeit ihre Geldpolitik stärker anpassen als sie es erwartet hat", sagte Stephen Innes, Partner beim Analysehaus Valour Markets. Anleger gehen nun davon aus, dass die Federal Reserve bei jedem ihrer drei folgenden Zinsentscheide in diesem Jahr den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte nach unten schrauben wird. US-Präsident Donald Trump hat die Fed bereits mehrfach zu weiteren Zinssenkungen aufgefordert und Fed-Chef Jerome Powell scharf kritisiert. Die inverse Zinskurve am Bondmarkt erhöht nun den Druck auf die Fed, den Forderungen Trumps nach aggressiven Zinssenkungen nachzugeben. Sinkende Zinsen lasten auf den Gewinnen der Geldhäuser.

Bald Strafzinsen für Bankkunden?

Die Nullzinspolitik der EZB belastet bereits seit Monaten das Einlagegeschäft der Banken. Beobachter gehen davon aus, dass EZB-Chef Draghi die Geldpolitik weiter lockern wird - mit negativen Folgen für die Banken. Eine steigende Zahl von Bankkunden muss womöglich bald Strafzinsen auf Einlagen zahlen. "Es könnte sein, dass viele Banken auf Dauer nicht mehr umhinkönnen, die zusätzlichen Belastungen auch in der Breite an Privatkunden weiterzugeben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Andreas Krautscheid.

Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins im September von minus 0,4 Prozent auf 0,5 Prozent weiter absenken könnte. Krautscheid zufolge schlägt schon heute der Strafzins, den die Banken bei der EZB für das Parken von Geldanlagen bezahlen müssen, bei den deutschen Geldhäusern mit rund 2,3 Milliarden Euro im Jahr zu Buche.

Alarmsignal vom US-Anleihemarkt

Beunruhigende Signale kommen auch vom US-Anleihemarkt. Dort hat die Rendite der zweijährigen Anleihe die Rendite der zehnjährigen Bonds überschritten. Eine solche "inverse Zinskurve" ist selten, sie gilt als Hinweis auf eine nahende Rezession. Vor diesem Hintergrund gerieten die Aktien von US-Banken unter Druck, weil diese sogenannte "inverse Zinskurve" es ihnen erschwert, mit Krediten und Investitionen in Anleihen Geld zu verdienen. Der Zinssatz zahlreicher Darlehen orientiert sich außerdem an den Bondrenditen.

Auch Commerzbank auf Rekordtief

Auch die im MDax notierte Aktie der Commerzbank Börsen-Chart zeigen fielen um bis zu 1,2 Prozent auf ein Rekordtief von 4,75 Euro. Bei der Deutschen Bank kommen zu der Aussicht auf noch niedrigere Zinsen die Zweifel dazu, ob das neue Geschäftsmodell der Krisen-Bank wirklich tragfähig ist. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat das Investmentbanking drastisch gestutzt und den größten Stellenabbau in der Geschichte der Deutschen Bank eingeleitet.

Deutsche-Bank-Chef Sewing: Der Tatort-Reiniger

Der Umbau der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen vollzieht sich in schwieriger Zeit: Der Branchenindex Stoxx Europe 600 für Banken notiert aktuell auf dem tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren. Während die US-Banken bestens verdienen und die Folgen der von den US-Finanzinstituten verursachten Finanzkrise inzwischen abgebaut haben, kämpfen die europäischen Banken noch immer mit den Folgen der Krise, mit faulen Krediten und mit den Folgen der Nullzins-Politik der EZB.

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