Dienstag, 25. Februar 2020

Kernkapital gestärkt - Aktie nahe 10-Euro-Marke Deutsche-Bank-Aktie steigt um 50 Prozent binnen 3 Monaten

Deutsche Bank: Das schwer angeschlagene Institut hat einen Erholungsversuch gestartet
Richard Drew / AP
Deutsche Bank: Das schwer angeschlagene Institut hat einen Erholungsversuch gestartet

Die Kurserholung bei der Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen setzt sich fort. Das Papier von Deutschlands größtem Geldinstitut legte am Mittwoch erneut um mehr als 2 Prozent zu und kletterte bis auf 9,90 Euro. Damit kommt die psychologisch wichtige Marke von 10 Euro wieder in den Blick, unter die das Papier der Deutschen Bank im Sommer 2018 gestürzt war.

Mit einem Kursgewinn von 50 Prozent in den vergangenen drei Monaten notiert die Aktie der Deutschen Bank inzwischen wieder auf dem höchsten Niveau seit knapp 2 Jahren. Sie ist zugleich die Aktie mit der stärksten Performance im Dax im noch jungen Börsenjahr 2020. Damit haben sich die jüngsten Urteile der Analysten als Kontraindikator erwiesen: Laut dem Finanz-Informationsdienst Bloomberg empfahl noch Anfang des Jahres kein einziger Analyst die Deutsche-Bank-Aktie zum Kauf (Zero buy recommendations).

Deutsche Bank sammelt mehr Kernkapital ein als erwartet

Auch nach Veröffentlichung der Jahreszahlen der Deutschen Bank Ende Januar hatten Anleger nach dem Motto "schlimmer kann es nicht mehr werden" bei der Aktie zugegriffen. Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen hatte 2019 den fünften Jahresverlust in Folge eingefahren und damit binnen fünf Jahren insgesamt 15 Milliarden Euro verbrannt. Doch nun klammern sich Investoren an die Hoffnung, dass der Umbau und der strikte Sparkurs des Geldhauses in diesem Jahr zu greifen beginnen. Bis Ende 2022 will Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing die Zahl ihrer Vollzeitstellen um rund 18.000 auf 74.000 Stellen verringern. Die Umbaubemühungen der Deutschen Bank waren offenbar auch Anlass für die Capital Group aus Kalifornien, als Großaktionär bei der Deutschen Bank einzusteigen.

Deutsche Bank schließt Filialen: Wie der radikale Sparplan funktionieren soll

Jüngster Anschub für die Aktie: Die Deutsche Bank hat die Stärkung ihrer Finanzbasis erfolgreich abgeschlossen. Es sei zusätzliches Kernkapital (AT1) im Volumen von 1,25 Milliarden US-Dollar platziert worden, teilte das Institut am späten Dienstagabend in Frankfurt mit. Angepeilt hatte die Bank mindestens 1 Milliarde. Der anfängliche Zinssatz liegt bei sechs Prozent pro Jahr.

Die Transaktion sei ein weiterer Schritt, die Einhaltung der regulatorischen Kapitalanforderungen sicherzustellen, indem ein Niveau von AT1-Instrumenten in Höhe von 1,5 Prozent oder mehr der risikogewichteten Aktiva auf vollständig umgesetzter Basis beibehalten werde, hatte es am Vortag bei der Ankündigung der Aktion geheißen. Sie unterstütze die Bank außerdem auf dem Weg zur Erfüllung einer Verschuldungsquote von 4,5 Prozent im Jahr 2020.

la/mmo/dpa

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