Dienstag, 21. Mai 2019

Schuldzuweisungen nach gescheiterter Fusion Deutsche-Bank-Aktie stürzt auf Dreimonatstief

Deutsche Bank: Kursrutsch ohne Ende
Boris Roessler/ DPA
Deutsche Bank: Kursrutsch ohne Ende

Die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen ist nach dem Scheitern der Fusionsgespräche mit der Commerzbank auf das tiefste Niveau seit drei Monaten gestürzt. Zuletzt notierte die Aktie rund 4 Prozent im Minus bei 7,21 Euro. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sagte am Freitag, es sei nach dem Ende der Fusionsgespräche zu früh, um über den Umfang weiterer Kostensenkungen zu sprechen.

Die im MDax notierte Commerzbank Börsen-Chart zeigen legte dagegen rund 2 Prozent zu. Die Commerzbank hat die Darstellung eines hochrangigen Deutsche-Bank-Managers zurückgewiesen, die Initiative für die inzwischen abgebrochenen Fusionsgespräche sei von ihr ausgegangen. Die Verhandlungen seien "gemeinsam begonnen und gemeinsam beendet" worden, sagte eine Commerzbank-Sprecherin am Freitag.

Zuvor hatte der Deutsche-Bank-Manager in einer Telefonkonferenz mit Journalisten erklärt: "Der anfängliche Impuls kam nicht von der Deutschen Bank. Die Commerzbank ist an uns herangetreten." Die Deutsche Bank wollte keinen Kommentar abgeben.

Deutsche Bank: Die Emanzipation des Christian Sewing

Die Gespräche über einen Zusammenschluss der beiden größten deutschen Privatbanken waren am Donnerstag nach gut sechs Wochen ergebnislos abgebrochen worden. Wie es nun weiter geht, ist offen. Beide Banken leiden unter rückläufigen Erträgen und sind im Vergleich zu anderen, vor allem ausländischen Instituten zurückgefallen.

Die Absicht, gemeinsame Sache zu machen, war von Beginn an auf Widerstand getroffen - bei Großaktionären und Mitarbeitern beider Häuser. Als größte Befürworten eines Deals galten Commerzbank-Chef Martin Zielke und Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Dem Bund gehören 15 Prozent an der zweitgrößten börsennotierten deutschen Bank.

la/dpa/mmo

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