Montag, 14. Oktober 2019

Bank will Bericht nicht bestätigen Deutsche Bank will offenbar 9000 Stellen allein in Deutschland streichen

Deutsche Bank in Frankfurt

Die angeschlagene Deutsche Bank will bekanntlich 18.000 Stellen abbauen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg soll etwa die Hälfte der Jobs allein in Deutschland wegfallen. Die Deutsche Bank wollte den Bericht am Dienstag nicht kommentieren. Dem Vernehmen nach verhandelt das Institut derzeit mit Arbeitnehmervertretern über Modalitäten des geplanten Stellenabbaus in Deutschland.

"Dort, wo es zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen wird, werden wir direkt mit unseren Mitarbeitern über ihre Arbeitsplätze und die ihnen zur Verfügung stehenden Alternativen sprechen", teilte die Bank lediglich auf Anfrage mit. Man werde alles tun, um bei der Umsetzung der Veränderungen so verantwortungsbewusst und sensibel wie möglich zu sein.

Im Zuge des Anfang Juli verkündeten radikalen Konzernumbaus will Deutschlands größtes Geldhaus die Zahl der Vollzeitstellen bis zum Ende des Jahres 2022 um rund 18.000 auf etwa 74.000 schrumpfen. Ende März 2019 hatte die Deutsche Bank auf Vollzeitkräfte umgerechnet weltweit knapp 91.500 Mitarbeiter, davon gut 41.500 in Deutschland.

Das Privatkundengeschäft könnte es härter treffen als erwartet

Vorstandschef Christian Sewing hatte in einem Interview gesagt: "Natürlich wird auch in Deutschland eine substanzielle Zahl an Stellen wegfallen." Details hatte er aber nicht genannt.

Zwar muss die Deutsche Bank die Kürzungen im Privatkundengeschäft - die derzeit umsatzstärkste Sparte - noch darlegen, doch werde immer klarer, dass sie groß sein dürften, berichtet Bloomberg weiter. So hatte Frank Strauss, der Leiter des Bereichs die Bank verlassen, weil er die im Sommer angekündigten Pläne nicht unterstützte.

Der neue Leiter des deutschen Privatkundengeschäfts, Manfred Knof, prüfe derzeit Möglichkeiten nach Einsparungen. Er erwäge, die zweite Zentrale des Bereichs in Bonn umzuwandeln und möglicherweise die separat rechtliche Struktur des Privatkundengeschäfts aufzulösen. So könnte die Deutsche Bank Hunderte Millionen Euro an Vergütungs- und Regulierungskosten einsparen, berichtet Bloomberg weiter.

rei mit dpa

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