Mittwoch, 22. Mai 2019

Trotz Krise und schwacher Performance Deutsche Bank leistet sich 643 Gehaltsmillionäre

Deutsche Bank-Zentrale: Keine Bank in Europa leistet sich mehr Gehaltsmillionäre

Schwache Performance, Top-Gehälter. Trotz Dauerkrise und kaum enden wollender Skandale zählt die Deutsche Bank 643 Gehaltsmillionäre in ihren Reihen. Keine andere Bank in Europa leistet sich so viele Top-Verdiener.

Es ist nicht so, dass die Deutsche Bank zu den Top-Performern in der europäischen Bankenlandschaft zählt. Ganz im Gegenteil. Auch die einst so glorreichen, hochbezahlten Investmentbanker fahren seit zwei Quartalen Verluste ein. Gleichwohl leistet sich die Deutsche Bank so viel Gehaltsmillionäre wie keine andere Großbank in Europa.

Konkret sind es 643 Beschäftigte, die im vergangenen Jahr mehr als 1 Million Euro brutto verdienten, berichtet die französische Zeitung "Les Echos". Die Zeitung hat Daten bei den 17 größten Banken in Europa abgefragt. Die diskrete Schweizer Großbank UBS lieferte allerdings keine Zahlen.

Die Deutsche Bank verteidigt die hohe Anzahl ihrer Topverdiener: "Es ist das Gesetz des Marktes." Besonders in den Vereinigten Staaten habe sich im Wettstreit um die besten Investmentbanker der Lohnwettbewerb deutlich verschärft, wie ein Sprecher der Bank der Zeitung sagte.

Zwar arbeiteten 2018 unter Vorstandschef Christian Sewing 62 Einkommensmillionäre weniger bei der Deutschen Bank als noch im Vorjahr (705), doch gab es bei dem Frankfurter Institut weit mehr Millionen-Verdiener als bei der zweitplatzieren britischen Barclays-Bank (542) und dem britisch-asiatischen Institut HSBC (399).

Zum Vergleich: Die Commerzbank, mit der die Deutsche vergeblich um eine mögliche Fusion verhandelte, zählte dem Bericht zufolge im Jahr 2017 lediglich 12 Manager mit einem Millionen-Gehalt. Für das vergangene Jahr lieferte die Bank offenbar keine Zahlen.

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