Freitag, 21. Juni 2019

Geldwäsche Auch US-Justiz ermittelt im Danske-Bank-Skandal

Kündigte bereits seinen Rücktritt an: Thomas Borgen, Vorstandschef der Danske Bank, der größten dänischen Bank

Für den Geldwäsche-Skandal der größten dänischen Bank interessieren sich jetzt auch US-Behörden. Das US-Justizministerium habe gleich mehrere Auskunftsersuchen an die Danske Bank gestellt. Die Bank hat indes wegen höherer Kapitalanforderungen ihre Aktienrückkäufe gestoppt.

Der Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank hat auch die US-Behörden auf den Plan gerufen. Die größte dänische Bank habe Auskunftsersuchen wegen eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens des US-Justizministeriums erhalten, teilte das Institut am Donnerstag mit. Das Geldhaus kooperiere mit den Behörden.

Zugleich stoppte die Bank ihre Aktienrückkäufe, nachdem die Aufseher die Kapitalanforderungen für die Danske Bank verschärften. An der Börse fielen die Aktien um 3 Prozent auf 160 Dänische Kronen - den niedrigsten Stand seit Januar 2015.

Die Risiken bei der Danske Bank seien größer als bislang angenommen, begründete die dänische Finanzaufsicht die Verschärfung der Kapitalanforderungen. Die Danske Bank betonte, die strengeren Vorgaben bereits zu erfüllen.

Wegen der milliardenschweren Geldwäsche-Affäre ermitteln bereits seit einiger Zeit Staatsanwälte in Dänemark und Estland. Eine interne Untersuchung der Danske Bank hatte ergeben, dass der größte Teil des zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Geldes von 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Auf einer Liste tauchten dabei vor allem britische und russische Firmen auf.

Vor knapp zwei Wochen hatte Vorstandschef Thomas Borgen seinen Rücktritt angekündigt. Borgen steht seit 2013 an der Spitze des Geldhauses. Zuletzt hatte auch die EU-Kommission die europäische Bankenbehörde EBA darum gebeten, die Kontrollmechanismen bei der in einen Geldwäscheskandal verwickelten estländischen Niederlassung der dänischen Danske Bank zu überprüfen.

rei/Reuters

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