Sofortiger Rücktritt Chef der Danske Bank stolpert über Geldwäsche-Ermittlungen

Die Danske Bank steht seit Monaten im Zentrum eines der größten Geldwäscheskandale in Europa. Nun muss ihr Chef zurücktreten - allerdings nicht wegen Vergehen in der eigenen Bank.
Chefwechsel: Chris Vogelzang tritt zurück, Carsten Egeriis übernimmt

Chefwechsel: Chris Vogelzang tritt zurück, Carsten Egeriis übernimmt

Foto: Mads Claus Rasmussen / imago images / Ritzau Scanpix

Der Vorstandschef des dänischen Geldinstituts Danske Bank, Chris Vogelzang (58), ist zurückgetreten. Das gab der Vorstand der Bank am Montag in einer Börsenmitteilung bekannt. Hintergrund seien Geldwäsche-Ermittlungen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, die niederländische Bank ABN Amro. Vogelzang sei als Verdächtiger genannt worden.

"Ich bin sehr überrascht von der Entscheidung der niederländischen Behörden", sagte Vogelzang laut der Mitteilung. Sein Status als Verdächtiger bedeute nicht, dass er angeklagt werde. Er habe ABN Amro vor mehr als vier Jahren verlassen. Vogelzang führte das Geldhaus knapp zwei Jahre lang. Die Danske Bank kündigte an, dass Carsten Egeriis den Posten des Vorstandschefs übernehmen werde.

Die niederländische Bank ABN Amro arbeitet derzeit den massiven Geldwäsche-Skandal auf, der von der Danske-Filiale in Estland ausging und die gesamte Bankenbranche erschüttert hat. Auch die Deutsche Bank ist in den Skandal verstrickt, sie war jahrelang als Korrespondenzbank für die Danske Bank tätig. In dem Skandal geht es um mutmaßliche Verstöße gegen Vorschriften zur Vermeidung von Geldwäsche. In mehreren Staaten laufen Ermittlungsverfahren gegen die Bank.

ABN Amro hat am Montag mitgeteilt, sich wegen der Geldwäsche-Verstöße mit der Staatsanwaltschaft auf die Zahlung von 480 Millionen Euro geeinigt zu haben. "Diese Einigung markiert das Ende einer schmerzhaften und enttäuschenden Episode für ABN Amro", sagte Bankchef Robert Swaak (61). Das Institut habe Lehren daraus gezogen und bedauere die Angelegenheit. Nach Angaben von ABN stehen drei Ex-Vorstände im Visier der Behörden - einer von ihnen ist Vogelzang, der nun von seinem Chefposten bei der Danske Bank zurücktritt.

Im Zuge der Geldwäsche-Ermittlungen musste die ebenfalls in den Niederlanden ansässige ING bereits eine Rekordstrafe von 775 Millionen Euro bezahlen. In dem Zusammenhang gibt es auch eine strafrechtliche Untersuchung der Rolle des ehemaligen ING-Chefs Ralph Hamers (55), der inzwischen Vorstandschef der Schweizer Großbank UBS ist.

mg/dpa-afx, Reuters
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