Schweizer Großbank US-Steuerfahnder ermitteln gegen Credit Suisse

Nach den Zweifeln an ihrer Finanzkraft gerät die Credit Suisse nun offenbar auch noch ins Visier der US-Steuerfahndung. Es geht um Beihilfe zur Steuerhinterziehung.
Credit Suisse: Die zweitgrößte Schweizer Bank wird von zahlreichen Skandalen geplagt

Credit Suisse: Die zweitgrößte Schweizer Bank wird von zahlreichen Skandalen geplagt

Foto: ARND WIEGMANN / REUTERS

Die krisengeplagte Schweizer Großbank Credit Suisse ist offenbar erneut ins Visier der US-Steuerfahnder geraten. Das US-Justizministerium untersuche, ob das Geldhaus weiterhin US-Kunden dabei geholfen habe, Vermögenswerte vor den Behörden zu verbergen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg  am Dienstagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Ermittler prüften, ob das Finanzinstitut Kontoinhaber unterstützt habe, die der US-Steuerbehörde möglicherweise Vermögenswerte von Hunderten von Millionen Dollar verschwiegen hätten. Dabei gehe es insbesondere um Kunden mit südamerikanischen Pässen.

Die Bank selbst bestreitet unangemessenes Verhalten. Man kooperiere mit den US-Behörden, teilte die Credit Suisse auf Anfrage der Schweizer Nachrichtenagentur AWP mit. Die Bank toleriere keine Steuerhinterziehung, und seit 2014 seien die Anstrengungen erheblich intensiviert worden, Personen zu identifizieren, die versuchten, Vermögenswerte vor Steuerbehörden zu verbergen. Solche Konten würden geschlossen.

Aktie gibt weiter nach

Die Schweizer Großbank hatte sich 2014 im Steuerstreit mit den US-Behörden geeinigt. Dazu hatte sie ein Schuldeingeständnis abgelegt, und ihr wurden damals Strafzahlungen von insgesamt 2,6 Milliarden US-Dollar auferlegt.

Derzeit wird die zweitgrößte Schweizer Bank erneut von zahlreichen Skandalen, milliardenschweren Verlusten und Gerichtsfällen geplagt. Die Aktie steht daher an der Börse unter Druck. Am Mittwoch fielen die Papiere um bis zu 5 Prozent auf ein Sechs-Tages-Tief von 4,17 Franken.

Konzernchef Ulrich Körner (59) hatte seine Mitarbeiter Anfang Oktober auf turbulente Wochen eingeschworen. Daraufhin stürzte die Aktie deutlich ab. Immer mehr Anleger fürchten einen finanziellen Kollaps des Geldhauses. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als 50 Prozent eingebüßt.

sio/Reuters
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