Investmentbanking schwächelt Credit Suisse warnt vor Verlust

Die Credit Suisse kommt nicht aus den roten Zahlen. Die Schweizer Großbank rechnet auch im zweiten Quartal mit einem Verlust - Bankchef Thomas Gottstein will nun verstärkt sparen.
Credit-Suisse-Chef Thomas Gottstein rechnet mit einem weiteren Quartalsverlust

Credit-Suisse-Chef Thomas Gottstein rechnet mit einem weiteren Quartalsverlust

Foto: ARND WIEGMANN / REUTERS

Die krisengeplagte Credit Suisse steuert auf den dritten Quartalsverlust in Folge zu. Die Auswirkungen des schwierigen Marktumfeldes hätten zusammen mit dem anhaltend tiefen Niveau der Kapitalmarktemissionen sowie der Ausweitung der Kreditspannen die finanzielle Entwicklung der Investmentbank in den Monaten April und Mai belastet, teilte die Schweizer Großbank am Mittwoch mit. Dies werde wahrscheinlich zu einem Verlust für diesen Bereich und zu einem Verlust für den Konzern im zweiten Quartal 2022 führen.

Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte bekräftigte Credit Suisse, dass 2022 ein Übergangsjahr werde. "Angesichts des Wirtschafts- und Marktumfelds beschleunigen wir unsere Kosteninitiativen über die gesamte Gruppe hinweg mit dem Ziel, ab 2023 eine Maximierung der Einsparungen zu erzielen", hieß es in der Mitteilung.

Einzelheiten werde die Bank bei einer Investorenveranstaltung am 28. Juni bekanntgeben. An der Strategie wolle das Institut nicht rütteln. Auf kurze Sicht beabsichtige Credit Suisse, mit einer Quote des harten Kernkapitals (CET1) von rund 13,5 Prozent zu arbeiten. Bis zum Jahr 2024 peile die Bank weiterhin eine Kernkapitalquote von mehr als 14 Prozent an.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vergangene Woche berichtet, dass die Bank Insidern zufolge Maßnahmen zur Stärkung des Kapitals prüft. Eine Option sei dabei eine Kapitalerhöhung. Im ersten Quartal hatte das Institut bereits einen Verlust von 273 Millionen Franken eingefahren, in den drei Monaten davor einen Fehlbetrag von 2,1 Milliarden Franken.

Bank prüft offenbar mögliche Kapitalerhöhung

Auch im zweiten Quartal 2022 seien die Marktbedingungen schwierig gewesen, hieß es. Die russische Invasion der Ukraine, die deutliche Straffung der Geldpolitik durch wichtige Zentralbanken sowie das Auslaufen der Corona-bezogenen Stimulierungsmaßnahmen hätten zu einer erhöhten Marktvolatilität, schwachen Kundenbewegungen und einem anhaltenden Kreditabbau auf Kundenseite geführt. Dies gelte insbesondere für die Region Asien-Pazifik. Zudem werde das Ergebnis auch von der anhaltenden Volatilität des Marktwerts der Beteiligung an der Fondsplattform Allfunds Group beeinflusst.

rei/Reuters
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