Credit-Suisse-Vergleich in USA US-Justiz bestätigt Milliardenvergleich mit Credit Suisse

Credit-Suisse-Filiale in Zürich: Die Schweizer Großbank wird durch die Milliardenstrafe auch 2016 tiefrote Zahlen schreiben

Credit-Suisse-Filiale in Zürich: Die Schweizer Großbank wird durch die Milliardenstrafe auch 2016 tiefrote Zahlen schreiben

Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERS
Fotostrecke

Banker als "Slumlords": Wie die USA Großbanken rannehmen

Foto: Getty Images

Die Credit Suisse hat ihre größte Altlast vom Tisch. Die Schweizer Großbank besiegelte am Mittwoch den mit dem US-Justizministerium bereits kurz vor Weihnachten ausgehandelten Vergleich über unsaubere Geschäfte am US-Hypothekenmarkt.

Insgesamt 5,3 Milliarden Dollar kosten das Institut die Tricksereien. "Diese Summen spiegeln den immensen Bruch des öffentlichen Vertrauens wider, den Finanzinstitute wie die Credit Suisse  begangen haben", erklärte Justizministerin Loretta Lynch. Die Vereinbarung dürfte der Bank 2016 Analystenschätzungen zufolge unter dem Strich einen Verlust von 2,5 Milliarden Franken einbrocken. Dennoch begrüßte die mitten in einem Konzernumbau steckende Zürcher Bank die Einigung.

Der Vergleich der Credit Suisse dürfte der letzte der Regierung Obama sein, denn am Freitag übernimmt Donald Trump das höchste Amt der USA. Der scheidende US-Präsident wollte die Banken zur Verantwortung ziehen für ihr Geschäftsgebaren, das mitschuldig an der Finanzkrise war. Damals wurden massenhaft Hypotheken an Hausbesitzer vergeben, die sich diese mit ihrem Einkommen nicht hätten leisten können oder kaum kreditwürdig waren. Banken kauften diese Kredite auf, bündelten und verpackte sie in Wertpapiere - sogenannte "Residential Mortgage Backed Securities (RMBS)" - und verkauften sie an große Anleger weiter. Mit dem Einbruch des Häusermarktes verloren die Bonds massiv an Wert.

Rückstellungen nur in Höhe von 550 Millionen Dollar

Die Credit Suisse habe im Zeitraum von 2005 bis 2007 falsche Angaben zu den Papieren gemacht und damit einen milliardenhohen Schaden verursacht, erklärte das Justizministerium nun. Dem Institut sei dabei durchaus bewusst gewesen, dass es mit Anlagen hausierte, die durchfallen würden, erklärte Bill Baer von der Staatsanwaltschaft. Credit-Suisse-Mitarbeiter hätten die Kredite in E-Mails als "kompletten Mist" bezeichnet. "Danke, dass du dich durch dieses Chaos gearbeitet hast", schrieb ein Manager der Bank mit Bezug auf die Kredite an einen anderen. "Wenn das hilft, sieht es so aus, als ob wir mit dieser Transaktion einen Mordsgewinn machen werden."

Fotostrecke

Die nächste historische US-Strafe: Die Deutsche Bank zahlt und zahlt und ...

Foto: Pablo Martinez Monsivais/ AP

Für die Fehler der Vergangenheit brummen die USA der Bank nun die höchste Strafe in der Schweizer Bankengeschichte auf. Als Geldbuße werden unmittelbar 2,48 Milliarden Dollar fällig. Darüber hinaus muss die Bank über einen Zeitraum von fünf Jahren Entschädigungszahlungen an Kunden von insgesamt 2,8 Milliarden Dollar leisten, indem sie ihnen etwa Schulden und Zinszahlungen erlässt oder erschwinglichen Wohnraum finanziert. Die Belastungen übersteigen die für den Fall gebildeten Rückstellungen von 550 Millionen Dollar bei weitem. Entsprechend legt Credit Suisse weitere rund zwei Milliarden Dollar beiseite, sodass die Bank 2016 wie bereits im Vorjahr tiefrote Zahlen schreiben dürfte.

Noch teurer kommt der Fall dieDeutsche Bank (Kurswerte anzeigen) zu stehen. Mit insgesamt 7,2 Milliarden Dollar müssen die Frankfurter die höchste Strafe schultern, die in der Sache je gegen eine einzelne Bank verhängt worden ist. Eine Reihe von US-Großbanken haben ähnliche Vorwürfe bereits ausgeräumt, indem sie insgesamt 46 Milliarden Dollar bezahlt haben. Gegen anderen Institute wie Royal Bank of Scotland  und die Schweizer UBS  laufen die Untersuchungen weiter.

mg/rtr
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.