Stellenabbau, Filialschließungen, Digitalisierung Verdi unterstützt radikaleren Umbau der Commerzbank

Commerzbank-Aufsichtsrat und Verdi-Mann Stefan Wittmann reicht es. Im Interview mit dem manager magazin erklärt er, unter welchen Bedingungen er Stellenabbau und Filialschließungen mittragen will.
Commerzbank in Frankfurt am Main: "Nicht genug in Digitalisierung investiert"

Commerzbank in Frankfurt am Main: "Nicht genug in Digitalisierung investiert"

Foto: Jan Huebner/Blatterspiel/ imago images/Jan Huebner

Die Gewerkschaft Verdi unterstützt radikalere Schritte bei der Commerzbank und schließt sich damit Forderungen der Großaktionäre Bund und Cerberus an: "Ich kann mit deren Analyse weitestgehend leben und auch mit der Richtung, die sie vorschlagen: mehr Stellen abbauen, mehr Filialen schließen, sich von mehr Geschäftsteilen trennen, die man nicht profitabel betreiben kann", sagt Stefan Wittmann (51), der für Verdi im Aufsichtsrat des Geldhauses sitzt, dem manager magazin.   

Er stellt dafür allerdings Bedingungen - darunter höhere Investitionen in die Digitalisierung: Man müsse erst Prozesse digitalisieren, danach könne man Jobs streichen: "Die andere Reihenfolge führt zu einer Überlastung der verbliebenen Mitarbeiter. Die Bank hat schlicht nicht genug in Digitalisierung investiert." 

Die Commerzbank steckt tief in der Krise und steht nach dem Rücktritt von Aufsichtsratsvorsitzendem Stefan Schmittmann (63) und Vorstandschef Martin Zielke (57) ohne Führung da. Beide hatten Anfang Juli nach heftiger Kritik der US-Investmentgesellschaft Cerberus, die gut 5 Prozent der Anteile hält, ihren Rückzug angekündigt. Zuvor hatte bereits die Bundesregierung, die mit über 15 Prozent beteiligt ist, deutlich gemacht, dass sie Zielkes Strategie vom Herbst 2019 für ungenügend hält.  

Ursprünglich wollte Zielke im August Finanzkreisen zufolge einen Umbauplan vorlegen, der den Abbau von 10.000 Stellen vorsieht. Das sei bis Ende 2023 zu hoch gegriffen, sagt Wittmann, aber eine hohe vierstellige Zahl sei machbar. "Man muss auch die Frage stellen", so Wittmann, "ob am Ende für eine kleinere Bank nicht ein kleinerer Vorstand ausreicht – mit fünf oder sechs Leuten statt sieben." 

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