Institut auf Sparkurs Commerzbank überrascht mit Quartalsgewinn

Trotz erheblicher Umbaumaßnahmen laufen die Geschäfte bei der Commerzbank offenbar gut. Das Institut erzielte im ersten Quartal wider Erwarten einen Gewinn und gibt einen leicht optimistischen Ausblick.
Commerzbank-Schild in Frankfurt: Die Bank ist überraschend in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt

Commerzbank-Schild in Frankfurt: Die Bank ist überraschend in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt

Foto: Arne Dedert/ dpa

Die im Umbau befindliche Commerzbank ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Unter dem Strich erwirtschaftete sie im ersten Quartal einen Gewinn von 133 Millionen Euro, nach einem Verlust von 291 Millionen Euro vor Jahresfrist, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Das operative Ergebnis lag bei 538 Millionen Euro. Die Bank profitierte von einem florierenden Wertpapiergeschäft und einer niedrigeren Risikovorsorge. Analysten hatten mit einem Betriebsgewinn von 327 Millionen Euro und einem Nettoverlust von 131 Millionen Euro gerechnet.

Zu dem positiven Ergebnis im ersten Quartal habe "besonders das starke Wertpapiergeschäft beigetragen, mit dem wir die Effekte aus dem negativen Zinsumfeld weitgehend ausgleichen konnten", erklärte Finanzvorständin Bettina Orlopp. Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gerechnet.

Commerzbank-Chef Manfred Knof stellte für das Gesamtjahr leicht höhere Erträge als 2020 in Aussicht. Mit einem harten Sparkurs will der seit Anfang 2021 amtierende Konzernchef die Commerzbank nach einem Milliardenverlust im vergangenen Jahr zurück in die Erfolgsspur bringen. Am Freitag hatten sich Management und Arbeitnehmervertreter auf den Rahmen für den Abbau Tausender Jobs geeinigt. Bis Ende 2024 soll konzernweit die Zahl der Vollzeitstellen von knapp 40.000 auf 32.000 zusammengestrichen werden. Das Filialnetz in Deutschland wird von 790 auf 450 Standorte fast halbiert.

Der Konzernumbau wird noch teurer als geplant. Der Vorstand rechnet inzwischen mit Kosten in Höhe von "etwas mehr als zwei Milliarden Euro", zunächst war von 1,8 Milliarden Euro die Rede. Anfang April hatte die Bank mitgeteilt, dass das Ergebnis der ersten drei Monate 2021 durch Abfindungen und weitere Kosten im Zusammenhang mit dem Umbau in Höhe von rund 470 Millionen Euro belastet sein werde.

cr/dpa, Reuters
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