Mittwoch, 26. Juni 2019

Commerzbank Warum eine Dividende noch Zukunftsmusik ist

Commerzbank: Viel Arbeit geleistet, noch einiges vor sich

Irgendwann will die Commerzbank wieder Dividenden ausschütten, sagt Bank-Chef Martin Blessing. Doch zuvor muss noch einiges getan werden.

Frankfurt am Main - Die Commerzbank Börsen-Chart zeigen hält am Ziel einer Eigenkapitalrendite von mehr als zehn Prozent nach Steuern im Kerngeschäft fest. "Das ist unser Ziel für 2016 - auch wenn das Marktumfeld schwieriger geworden ist", sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing in einem Interview der "Börsen-Zeitung". Einige Analysten halten das Ziel für kaum erreichbar, zuletzt lag die Eigenkapitalrendite der Kernbank bei 5,7 Prozent. Zugleich habe das Renditeziel an Bedeutung verloren. "Heute schauen Finanzwelt und Öffentlichkeit mehr auf die Eigenkapitalquote als auf die Rendite", sagte Blessing.

Erst in den nächsten Jahren werde man wissen, welche Renditen in einem immer stärker regulierten Bankenmarkt nachhaltig zu erzielen seien, sagte Blessing. "Nach der Theorie reden wir über einen risikofreien Zins plus Risikoaufschlag." In der Vergangenheit sei man von einem risikofreien Zins von drei bis vier Prozent ausgegangen. Doch für zehnjährige Bundesanleihen lag die Rendite zuletzt bei weniger als 0,6 Prozent.

Dividende? Zukunftsmusik

Blessing wollte sich nicht dazu äußern, wann die Commerzbank-Aktionäre nach einer jahrelangen Durststrecke wieder mit einer Gewinnausschüttung rechnen können. "Nur so viel: Es ist unser klares Ziel, in Zukunft wieder eine Dividende zu zahlen." Zuletzt hatte die Commerzbank für 2007 eine Dividende von einem Euro überwiesen. Ein Jahr später geriet die Bank in den Sog der Finanzkrise und wurde vom Bankenrettungsfonds SoFFin mit 18,2 Milliarden Euro Staatsgeld aufgefangen. Der Bund hält derzeit noch 17 Prozent an der Commerzbank.

Strafzinsen auf die Spareinlagen für Privatkunden und Mittelständler schloss Blessing erneut aus. "Negativzinsen für Privatkunden, Geschäftskunden und den breiten Mittelstand sind kein Thema", sagte der 51-Jährige. Von institutionellen Unternehmen und Großkunden verlangt Deutschlands zweitgrößte Bank hingegen bereits Negativzinsen. Deren Einlagen könne sie aus regulatorischen Gründen nur kurzfristig anlegen und nicht nutzen, um langfristige Kredite zu vergeben, begründete Blessing die Strafzinsen.

Eine Fusion mit der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen schloss der Commerzbank-Chef aus. "Für ein solches Szenario fehlt mir die Fantasie."

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