Negativer Einlagezins der EZB Commerzbank führt Strafzinsen ein

Alles hat ein Übermaß: Die Commerzbank will vereinzelt von Unternehmen Gebühren verlangen, wenn diese zu viel Geld auf ihrem Konto bunkern.
Hat Geld genug: Martin Blessing, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank.

Hat Geld genug: Martin Blessing, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank.

Foto: DPA

Die negativen Einlagezinsen der Europäischen Zentralbank schlagen auf die Geschäftsbanken durch: Die Commerzbank  will voraussichtlich schon ab Dezember von großen Unternehmenskunden eine Gebühr für hohe Guthaben berechnen. Bei "einzelnen großen Firmenkunden mit hohen Guthaben sowie bei Großkonzernen und institutionellen Anlegern" behalte es sich die Bank vor, eine "Guthabengebühr" zu berechnen, bestätigte die Commerzbank dem Wall Street Journal Deutschland entsprechende Informationen . Damit wolle die Bank dafür sorgen, dass die Unternehmen nicht zu viel Geld auf ihren Konten bunkern. Grund für diesen Schritt seien die negativen Einlagezinsen der EZB.

Die Commerzbank wolle die Höhe der Gebühr mit den betroffenen Kunden individuell aushandeln. "Grundsätzlich" seien Privatkunden sowie Geschäfts- und mittelständische Firmenkunden nicht betroffen, teilte die Commerzbank dem Wall Street Deutschland mit. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte dem Blatt auf Anfrage, dass die Bank "derzeit nicht" plane, "im breiten Kundengeschäft Gebühren für Einlagen einzuführen".

Die Commerzbank ist laut Wall Street Journal Deutschland das erste große Kredithaus der Eurozone, das diesen Schritt geht und direkte Strafzinsen für hohe Guthaben ankündigt. Hintergrund ist die Entscheidung der EZB aus dem Juni, einen negativen Zinssatz für Bankeinlagen einzuführen. Seitdem müssen Finanzinstitute zahlen, wenn sie ihre überschüssigen Reserven über Nacht bei der EZB lagern, statt sie anderen Banken zu leihen. Die Zentralbank will dadurch die Banken motivieren, ihr Geld zu verleihen und damit der Wirtschaft Impulse zu geben, um die Wachstumsschwäche der Euro-Zone zu überwinden.

soc